Zeitschrift Documenta naturae, Bände 81 - 110


Zeitschrift Documenta naturae, Band 81 (dn081-1993-1)

München 1993 (1. Auflage); ISBN 3-86544-081-9
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Wu, E.: Neue Gliridae (Rodentia, Mammalia) aus untermiozänen (orleanischen) Spaltenfüllungen Süddeutschlands: 1-149, 19 Abb., 11 Tab., 9 Taf.
    Zusammenfassung
    Von drei untermiozänen (orleanischen) Spaltenfüllungen aus dem Gebiet des süddeutschen Jura wurden die Gliriden bearbeitet. Das umfangreiche Material von den Fundstellen Stubersheim 3, Petersbuch 2 und Erkertshofen 2 besteht aus 6263 Einzelzähnen, außerdem 19 Oberkiefern und 156 Unterkiefern. Insgesamt 11 Gattungen mit 26 Arten wurden beschrieben, davon 4 Arten neu.
    Die Untersuchung bestand wesentlich in einer metrischen und morphologischen Analyse von einzelnen Populationen und in einem Vergleich mit zeitlich nahestehenden Populationen verschiedener Fundstellen, insbesondere Süddeutschlands. Die daraus sich ergebenden Probleme zur Taxonomie, Nomenklatur und Phylogenie wurden diskutiert. Besondere Beachtung musste dabei der Frage nach der zeitlichen Homogenität der einzelnen Populationen gewidmet werden.
    Von Stubersheim 3 liegen insgesamt 2060 Eilzähne und 8 Unterkiefer vor (4 weitere Zähne, die evtl. neuen Formen angehören, wurden nicht bestimmt). Es sind 7 Gattungen mit 10 Arten nachgewiesen: Glirudinus aff. modestus, G. aff. gracilis, Heteromyoxus aff. schlosseri; Miodyromys praecox n. sp., Microdyromys legidensis, Prodryomys brailloni, Prodryomys gregarius, Vasseuromys elegans n. sp., V. cf. priscus und Bransatoglis sp. 2.
    Von Petersbuch 2 liegen insgesamt 3928 Einzelzähne, 147 Unterkiefer und 18 Oberkiefer vor. Es wurden 11 Gattungen mit 19 Arten bestimmt: Glirudinus modestus, G. undosus, G. minutiis n. sp., Eomuscardinus aff. sansaniensis, Myoglis antecedens, Heteromyoxus schlosseri, Miodyromys biraniculus, Pseudodryomys simplicidens, Pseudodryomys sp. Microdyromys legidensis-koenigswaldi, M. compäcatus, Prodryomys broilloni, P. gregarius, Glirulus diremptus, Glirulus minor n. sp., Vasseuromys aff. elegans, V aff. pnscus, Bransatoglis aff. spectabilis, B. sp. 1.
    Von Erkertshofen 2 sind 275 Einzelzhne, 1 Unterkiefer und 1 Oberkiefer überliefert, welche 6 Gattungen mit 9 Arten angehören: Glirudinus modestus, G. undosus, G. minutus n. sp., Miodyromys biraniculus, Pseudodryomys simplicidens, Microdyromys koenigswaldi, Prodryomys bnslloni Vasseuromys aff. elegans und V. aff. priscus.
    Zwei Auf- oder Abspaltungsvorgänge sind in dem Material von Stubersheim 3 erkennbar. Einer betrifft die Aufspaltung des Glirudinus bouziguensis zu G. aff. modestus und G. aff. gracilis, Welche sich in der Folgezeit zu G. modestus bzw. G. gracilis weiter entwickelten. Der andere zeigt die Abspaltung des Prodryomys gregarius von Prodryomys brailloni.
    Es wird vorgeschlagen, die Art Glimdinus bouziguensis als selbständige Art beizubehalten. Die Unterart Miodyromys hamadryas birudiculus wird zur Art Miodyromys biradiculus erhoben. Peridyromys bmilloni und Peridyromys gregarius werden der Gattung Prodryomys zugeordnet.
    Die vier neu aufgestellten Arten sind Miodyromys praecox und Vasseuromys elegans aus Stubersheim 3 und Glirudinus minutus und Glirulus minor aus Petersbuch 2.
    Die Frage nach der Homogenität der einzelnen Populationen wurde im Zusammenhang mit der z.T. erhöhten morphometrischen Variabilität wiederholt diskutiert. Als Grundlage dafür dienen zahlreiche Tabellen zur Verteilung einzelner morphologischer Merkmale und die Längen-Breiten-Diagramme. Das Vorkommen von Eomuscardinus aff. sarisaniensis und Microdyromys complicalus in Petersbuch 2 weist darauf hin, dass dieser Fauna Elemente aus der Zeit von MN 5 beigemischt sind. Etliche Arten zeigen eine relativ große metrische und morphologische Variabilität. Eomuscarduus aff. sansaniensis und Microdyromys complicatus sind für Petersbuch 2 unerwartete Faunenelemente, da sie in stratifizierten Fundstellen erstmals in MN 5 auftreten. Hier sind weitere Untersuchungen anhand reicheren Materials aus stratifizierten Fundstellen erforderlich.
    Jedes Taxon von Stubersheim 3 und Erkertshofen 2 hat ein entsprechendes Taxon in der Fauna von Peters-buch 2. Die meisten Taxa zeigen im Vergleich mit denen aus zeitlich benachbarten Fundstellen deutlich kontinuierliche Entwicklungsvorgänge.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 82 (dn082-1993-1)

München 1993 (1. Auflage); ISBN 3-86544-082-7
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Niemeyer, A. H. B.: Rezente Sedimente der Insel Giglio (Italien): Die rezenten Sedimente der Bucht von Campese (Insel Giglio, toskanischer Archipel, Italien) sowie Bemerkungen zum geologischen Umfeld: I. Vorbemerkungen und die submarinen Profile: 1-28, 20 Abb., 7 Farbtaf.
    Zusammenfassung
    Im Herbst 1992 wurden in der Bucht von Campese, Insel Giglio, toskanischer Archipel, Italien enflang von vier Profilen Proben der rezenten Sedimente des Meeresbodens im Taucheinsatz mit Hilfe eines Handstechrohres gezogen und anschließend untersucht. Wesentlicher Bestandteil dieser vorliegenden Arbeit (Teil I) ist die Korngrößenanalyse, die mit anderen Beobachtungen und Ergebnissen unter Wasser sowie im Labor (Fauna, Flora, Strömungsindikatoren, Kornparameter und Schwerminerale) ermöglicht, eine grobe Faziesverteilungskarte für die Bucht zu skizzieren. Hierbei zeigt sich die deutliche Abhängigkeit der Korngrößenverteilung und der Kornsortierung von den Strömungsverhältnissen. Ein Vergleich älterer und jüngerer Ansichten der Bucht sowie über die Jahre gemachte Beobachtungen durch PILLEN lassen erahnen, welche Sedimentmassen bewegt werden.
    Die Geologie der Umgebung der Bucht ist zwar hinreichend bekannt, bedarf aber im Hinblick auf weiterführende Untersuchungen der Liefergebiete der Verwitterungs- und Abtragungsprodukte insbesondere der in den rezenten Sedimenten gefundenen Schwerminerale noch einer genaueren Detailaufhahme des Geländes mit spezifischen Fragestellungen. Die Ergebnisse der Probennahme spiegeln eine Momentaufnahme wider. Klimaeinflüsse, wie Starkwinde und heftige Niederschläge, zeigen sich in Form von Korngrößenverschiebungen an den einzelnen Stationen, wie dies ZIEBIS mit einer Beprobung im Frühjahr 1993 nachweisen konnte.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 83 (dn083-1993-1)

München 1993 (1. Auflage); ISBN 3-86544-083-5
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Unger, H. J.: Die Irrawaddy Group in Birma und Siwalik Group im indisch-pakistanischen Raum: 1-72, 12 Abb., 9 Tab.
    Zusammenfassung
    Die Irrawaddy group wurde in einen unteren, mittleren und oberen Abschnitt gegliedert. Der untere Abschnitt umfasst die Maw und die Mingin Gravels und ist dem Kamlial-und Chinji stage der Siwaliks gleichzusetzen. Dieser untere Teil umfasst das Mittelmiozän, die Sedimente dürften zwischen 16,3-10,6 My b.p. zur Ablagerung gelangt sein.
    Den mittleren Teil der Irrawaddy group repräsentieren die Sedimente der Lower Irrawaddian. Zwischen dem unteren und dem mittleren Teil dürfte eine, regional unterschiedlich lange Schichtlücke liegen. Die Lower Irrawaddian sind mit dem Nagri-und dem Dhok Pathan stage der Siwaliks zu korrelieren. Sie wurden im Obermiozän sedimentiert, im Zeitraum zwischen 10,0-5,5 My b.p. Der obere Teil der Irrawaddy group umfasst die Upper Irrawaddian. Auch zwischen dem mittleren und dem oberen Abschnitt der Irrawaddy group muss man eine Schichtlücke annehmen, deren Ursache noch nicht geklärt ist. Die Upper Irrawaddian sind mit dem Tatrot-und dem Pinjor stage der Siwaliks zu korrelieren. Sie wurden zwischen etwa 5,2-1,6 My b.p. sedimentiert. Die Grenze Tatrot-zu Pinjor stage dürfte bei 2,5 My b.p. liegen. Das Boulder Conglomerate stage wird im allgemeinen zu den Oberen Siwaliks gestellt. Es läge somit im höchsten Teil der Irrawaddy group und ist in das Unterpleistozän einzustufen.
    Bei Untersuchungen am Südfß des Himalaya am Boulder Konglomerat ergaben sich Zweifel, ob das Boulder Conglomerat stage noch als Teil der Oberen Siwaliks zu definieren ist, oder als grobklastische, großflächige Schüttung als Vorläufer der späteren pleistozänen sog.Terrassensedimente zu interpretieren sei. Dem würde auch die tektonische Verstellung, der das Boulder Konglomerat vielfach unterliegt, nicht entgegenstehen, da ein extrem grobkörniger, unterpleistonzäner Schüttungsbeginn ohne weiteres durch Verstellungen im mittleren Pleistozän tektonisch verstellt worden sein kann, so daß die nachfolgenden, weniger grobkörnigen Schüttungen mit Diskordanzen über ersterem lagern können.
  • Unger, H. J., Kaphle, K. P. & Einfalt, H. C.: Report on a short field trip to the Siwaliks. Observations along two sections in the Danshar Khola and Bagnati River valleys (east of Hetanda, southern Himalyan foothills, Nepal): 73-122, 9 figs., 14 tabs., 6 pls.
    Zusammenfassung
    The Siwalik Group (= Siwaliks) of the Danshar Khola and the Bagmati River area were surveyed along two routes in detail. Other sections of the profiles were shortly visited. The Siwaliks east of the town of Hetauda are divided into the Lower, Middle and Upper Siwaliks after their lithology, roughly correlated to the Siwaliks of India and Pakistan respectively. The division of the Siwaliks based on lithological criteria, in this region as follows (e.g.K.P.Kaphle & T.R.Pant,1988):
    The Lower Siwaliks(LS) (more than 500 m thick) consist of alternating beds of fine to medium grained compact, hard sandstone with calcareous cement and purple to purplish greenish grey mudstone and shales. At places lignitic layers are few mm to 10 cm thick. Sandstones are a bit quartzitic to poorly calcareous. Plant fossils are recorded in a few silty shale beds. Mud(sun)-cracks occur also. These are important for the facies interpretation of the Siwalik sedimentation.
    The Middle Siwaliks(MS)(ca.2000 m thick) were divided in two sections:
    The Lower Middle Siwaliks(MS1): Medium to coarse grained compact micaceous sandstone layers (rarely with pebbles) interbedded with mudstone-,siltstone layers and shales. At places compact hard calcareous sandstone lenses and pockets/nodules (also in LS) are present. Many molluscan fossils (Unionidae) and brackish water gastropods are found.
    The Upper Middle Siwaliks(M52): Gritty to pebbly coarse grained arkosic sandstones and micaceous sandstones interbedded with mud-/siltstones, shales,and thin conglomerate beds and lenses in the upper part. At places coalified tree trunks are common. Both in sandstones as well as in conglomerates invertebrate fossils and vertebrate fossils were recorded in some layers.
    The Upper Siwaliks(US): Well cemented, loosely packed pebble conglomerate with few interbeds of coarse arkosic pebbly to gritty arkosic sandstone and with few mud-/siltstone beds and lenses. Towards the uppermost part the size of pebble increases to small boulders(up to 30 cm diameter). Few siltstone layers are fossiliferous (plant and invertebrate fossils). A sandstone layer in the Tribhangale Khola valley (an eastern tributary to the middle Danshar Khola) is Uranium-bearing.
    The Boulder Conglomerate(BC)("Older Terraces(TRC)" in K.P. Kaphle & T.R.Pant 1988): Less consolidated to loosely packed, poorly cemented boulder and pebble conglomerate of various sizes of boulders, gravels, cobbles, pebbles, with sand and silty clay. Interbeds of irregular to silty clay lenses are common. These Siwalik sediments range in age from Middle Miocene to Pliocene. The Boulder Conglomerate is assigned to the Lower Pleistocene.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 84 (dn084-1994-1)

München 1994 (1. Auflage); ISBN 3-86544-084-3
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Schiller, W. & Nunez, A. C.: Vorläufige Mitteilung über Diatomeen-führende Sedimente aus dem Neogen von Guatemala (Zentral-Amerika): 2-9, 1 Abb., 3 Taf.
    Zusammenfassung
    Von Guatemala werden erstmals limnische Sedimente und ihre Diatomeen-Gemeinschaften aus der Umgebung von El Chato beschrieben. Die Diatomeenhaltigen Sedimente liegen als Einschaltung in vulkanischen Gesteinen vor. Als Alter nimmt man Miozän oder Pliozän an.
  • Peters, A. M. M.: Vorläufige Mitteilung über eine jungteriäre Greifbaggerflora aus Liessel (Niederlande): 10-33, 4 Abb., 2 Tab., 1 Taf.
    Zusammenfassung
    Es wird über eine relativ reiche Frucht- und Samenflora jungtertiären Alters berichtet, die seit einigen Jahren in Liessel (Niederlande) vom Autor in eine Greifbaggersandgewinnung am Rande des sog. Peelhorstes gefunden wurde.
    Obwohl noch einiges unsicher ist in bezug auf die genaue stratigraphische Herkunft der Pflanzenreste (wegen der Unterwassergewinnung des Sandes und der komplexen geologischen Lage des Ortes) wird die Flora hier zunächst als eine einheitliche Flora betrachtet.
    Diese Liesselflora ist dann mit 74 Arten eine artenreiche Trockenflora mit hohem Feuchtanteil und mit gemischtem Vegetationscharakter. Sie lässt sich nach Vergleich mit anderen neogenen Frucht- und Samenfloras einstufen ins Unterpliozän und könnte gut passen zur Vegetation eines küstennahen Deltagebietes des damaligen Rheinflusses und dessen Hinterlandes.
  • Pingen, M.: Athrotaxis couttsiae (HEER) GARDNER - ein reiches Vorkommen in obermiozänen Kohlen des Tagebaus Hambach bei Düren (Rheinland): 24-30, 1 Tab., 1 Taf.
    Zusammenfassung
    Von der im Rheinland recht seltenen Athrotaxis couttsiae (HEER) GARDNER wird ein Vorkommen in Kohlen des Tagehaus Hambach b. Düren beschrieben. Die geringmächtige Kohle gilt als Äquivalent zum Flöz Schophoven der Oberflözgruppe (Obermiozän). Eine vorläufige Liste der Begleitflora wird angegeben.
  • Geissert, F.: Oberrheinische Makrofloren aus dem plio-pleistozänen Grenzbereich: 31-36.
    Zusammenfassung
    Von den erwähnten oberrheinischen Makrofloren sind wohl faziell-ökologische Aussagen herzuleiten, sie können äber zu feineren Einstufungen nicht beitragen. Über dem Grenzbereich Plio-Pleisiozän bieten faunistische Funde bessere Möglichkeiten.
  • Givulescu, R., Petrescu, I. & Barbu, O.: Neue Untersuchungen über Blätter von Palaeocarya orsbergensis: 37-41, 1 Abb.
    Zusammenfassung
    Presented are some morphological observations on certain leaf matter of Palaeocarya orsbergensis collected at Cornesti-Aghires/Cluj (Romania) belonging to early Oligocene.
  • Givulescu, R. & Popa, M.: Eine neue Dictyophyllum-Art aus dem unteren Lias von Anina (Rumänien): 42-46, 3 Abb.
    Zusammenfassung
    Die Verfasser beschreiben aus dem Hangenden der Kohlenschicht Nr. 2 bei Anina (ante Steierdort) einen Dictyophyllum-Rest, der als eine n. BP. angeführt wird, und zwar D. irregularis.
  • Benesova, M. & Gregor, H.-J.: Neue palynologische Untersuchungen zur Problematik der Plio-Pleistozän-Grenze am Stirone-Fluß (Fidenza, Oberitalien): 47-55, 1 Abb., 1 Tab., 1 Taf.
    Zusammenfassung
    Die pleistozänen Calabriano-Sedimente des Stirone-Flusses können durch neue palynologische Untersuchungen als "Oberpliozän" eingestuft werden, was für den Stirone ,,Piacenziano" ab der Cascate bis zur Stelle Laurano bedeuten würde.
  • Gregor, H.-J., Nunez Vargas, C. A. & Arroyo Davila, L.: Geologisch-paläontologische Forschungsreisen in Guatemala (Zentral-Amerika) und erste Ergebnisse: 56-66, 1 Abb., 2 Taf.
    Zusammenfassung
    Es werden kurz neue Funde aus dem Tertiär und Quartär Guatemalas beschrieben und auf künftige Bearbeitungen aufmerkssm gemacht. Besonders wichtig sind: eine reiche Blattflora aus der Umgebung von Palencia (Mio-Pliozän), ein Fund von Palmen (lionocotyledoneae) direkt in der Hauptstadt (Pleistozän) und Braunkohlen aus dem Pliozän von Rio Dulce. Sie lassen in Zukunft die damalige Vegetation, das Klima und mögliche Migrationsrouten zwischen N- und S-Amerika rekonstruieren.
  • Peters, A. M. M.: Vererzte Koniferenzapfen aus dem marinen Untergrund von Liessel (Niederlande): 67-68, 1 Taf. / Kurzmitteilung 1
  • Gregor, H.-J.: Bericht über eine paläobotanische Studienfahrt nach Oberitalien: 69-70 / Kurzmitteilung 2
  • Gregor, H.-J.: Floras of Villafranchian age in Middle Europe and the problem of the Plio-Pleistocene vegetation (Abstract AIQUA-Symposium, Peveragno 1994): 71-78, 9 Tab. / Kurzmitteilung 3

Zeitschrift Documenta naturae, Band 85 (dn085-1994-1)

München 1994 (1. Auflage); ISBN 3-86544-085-1
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Brauer, A.: Weichselzeitliche Seesedimente des Holzmaares - Warvenchronologie des Hochglazials und Nachweis von Klimaschwankungen: 210 S., 38 Abb., 10 Tab., 8 Taf., Anhang I und II.
    Zusammenfassung
    Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit bestätigen, daß die Sedimentsequenzen der Eifelmaare und speziell des Holzmaars ideale Archive für paläoklimatische lnformationen darstellen. Besonders charakteristisch für die Sedimentfolgen aus Maarseen sind lange, bis ins Hochglazial zurückreichende Sequenzen mit jährlicher Auflösung. Es sind zudem die einzigen lakustrinen Bildungen in Mitteleuropa, die zwischen den alpinen und skandinavischen Vergletscherungsgebieten gelegen sind, und die Aufschluss über weichselzeitliche Klimaschwankungen in diesem kontinentalen Bereich geben. Als wichtigste Ergebnisse bleiben festzuhalten:
    Die Erweiterung der bestehenden holozänen und spätglazialen Warvenchronologie zurück ins Hochglazial bis zu einem Alter von rund 22.500 Jahren B.P. als Standardprofil für die Eifel ist gelungen. Diese Methode ist die einzige Möglichkeit der Datierung für die glazialen Sedimente, da 14C-Datierungen mangels organischen Materials nicht durchführbar sind. Auch Pollenanalysen sind ausgeschlossen, da in Proben aus allen Abschnitten des Profils mit Ausnahme des obersten keine Pollen gefunden werden konnten. Voraussetzung für die Erstellung der Chronologie war erstens der Nachweis des jahreszeitlichen Ursprungs der Silt/Ton-Lammite und zweitens der gute Erhaltungszustand der Rhythmite.
    Der Nachweis der klastischen Laminite als periglaziale Warven ist über solare Periodizitäten gelungen. Zu diesem Zweck wurden Zeitreihen der Warvenmächtigkeiten spektralanalytisch untersucht. Nur unter der Voraussetzung, das jedes Lagenpaar genau ein Jahr repräsentiert und zyklische Solarvariationen das Klima so beeinflussen, dass sich diese Schwankungen in der Sedimentationsrate und damit der Warvendicke niederschlagen, können solare Periodizitäten in diesen Zeitreihen reflektiert werden. Somit ist der mit 87,7 Jahren Zyklenlänge eindeutig in den Sedimenten des Holzmaars festgestellte Gleissberg-Zyklus gleichzeitig Nachweis der Jahresschichtung der klastischen Laminite, die damit periglaziale Warven darstellen, und Beweis für den Einfluss dieser Solarvariation auf das hochglaziale Klima.
    Die periglazialen Warven entsprechen aufgrund ähnlicher Bildungsprozesse dem klassischen Typus der glazialen Warve: Nach dem Auftauen des Sees wird während der frühsommerlichen Schneeschmelze minerogenes Material eingetragen und anschließend sukzessive im Seebecken abgelagert. Die Sedimentation des größten Teils des Sedimenteintrags eines Jahres findet in nur wenigen Wochen statt. Im Unterschied zu glazialen Warven ist die Bildung der periglazialen Warven des Holzmaars aber frei von Einflüssen durch Gletscherschmelzwasser, wodurch die Sedimentationsraten insgesamt niedriger sind.
    Die periglazialen Warven des Holzmaars sind zum überwiegenden Teil gut bis sehr gut erhalten und erlauben die exakte Auszäung und Vermessung von insgesamt 8109 Warven. Zuzüglich von zwei kurzen interpolierten Abschnitten aus dem ältesten Teil des Profils, wo zwei Kemlücken auftreten, ergibt sich eine Gesamtzahl von 8611 Warven.
    Turbidite sind als typische Fazies des hochglazialen lakustrinen Environments über das ganze Profil in die Warvensequenz eingeschaltet. Insgesamt wurden 367 Turbidite gezählt, die kurzfristige Sedimentationsereignisse vermutlich infolge außergewöhnlicher Witterungsereignisse darstellen. Erosion von Warven durch Turbidite konnte in der Regel nicht festgestellt werden.
    Die Sedimentation im Holzmaar ist überwiegend klimatisch kontrolliert. Damit stellen diese Sedimente zeitlich hochauflösende Klimaarchive dar, in denen zyklische Klimaschwankungen verschiedener Frequenzen ebenso wie außergewöhnliche klimatische Events reflektiert werden:
    Die saisonale Prägung des Klimas mit jalireszeitlich stark wechselnden Temperaturen ist Ursache für die saisonalen Unterschiede der Sedimentation. Folge davon ist in Abhängigkeit vom klimatischen Grundmuster (Glazial oder Interglazial) die Ausbildung entweder klastischer oder organischer Warven.
    Der Nachweis des 87-jährigen Gleissberg-Zyklus in zwei unabhängigen Zeitreihen von Warvenmächtigkeiten (Proxydaten für frühsommerliche Temperaturen während der Schneeschmelze) sowie Turbiditverteilung und -mächtigkeiten (Proxy für außergewöhnliche Niederschiagsereignisse) ist ein eindeutiger Beleg für Auswirkungen von zyklischen Solarschwakkungen auf das Klima.
    Der Wechsel vom Glazial zum Spätglazial als Folge der langfristigen astronomischen Zyklizitäten (Milankovich) verursacht eine grundlegende Änderung der Sedimentation im Holzmaar. Die klastischen Warven des Hochglazials werden ab etwa 13.900 korr. Warvenjahren B.P. von der Bildung organischer Warven abgelöst. Der eigentliche lithologische Wechsel ist scharf, wobei aber ein kurzer Übergangsbereich zum Spätglazial von ca. 350 Warvenjahren im ausgehenden Hochglazial festzustellen ist.
    Während des Hochglazials gibt es zwischen 15,5 und 16,5 ka sowie zwischen 18,5 und 19,5 ka (Warvenjahre B.P.) zwei Phasen stärkerer Paläowindintensitäten (K1 und K2), die durch höhere Gehalte äolisch eingetragenen Karbonats angezeigt werden. Diese möglicherweise irregulären paläoklimatischen Ereignisse scheinen trotz Unterschieden bei der Datierung mit den in marinen Sedimenten festgestellten ,,Heinrich" Events zu korrelieren, die als Phasen stärkerer Abkühlung interpretiert werden. Außerdem sind Übereinstimmungen mit den Gehalten an atmosphärischem Staub in antarktischen Eiskernen festzustellen. Daraus ist zu folgern, dass diese hiermit erstmals auch im kontinentalen Bereich Mitteleuropas festgestellten klimatischen Events des Hochglazials vermutlich globale klimatische Änderungen reflektieren.
    Die in dieser Arbeit vorgestellte Warvenchronologie ist Grundlage für zukünftige Arbeiten über die glaziale Klim.aentwicklung in Mitteleuropa. Vor allem die Ergebnisse der Zeitreihenanalysen stehen erst am Anfang und versprechen weitere neue Erkenntnisse solar-terrestrischer Beziehungen. Dabei wird der Nachweis längerer Zyklen (200 - 1000 Jahre) einen besonderen Schwerpunkt bilden. Daneben kommt dem Nachweis außergewöhnlicher klimatischer Ereignisse während des Hochglazials auch in der Eifel, die mit den aus marinen Sedimenten bekannten Heinrich Events korrelieren, eine besondere Bedeutung zu. Denn damit könnte es gelingen, marine und kontinentale Sedimentfolgen zu korrelieren und damit Auswirkungen klimatischer Veränderungen im Bereich des Nordatlantik auf das kontinentale Mitteleuropa zu übertragen.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 86 (dn086-1994-1)

München 1994 (1. Auflage); ISBN 3-86544-086-X
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Gottwald, H.: Tertiäre Hölzer aus dem Chindwinn-Bassin im nordwestlichen Myanmar (Birma): 90 S., 28 Abb., 2 Tab., 9 Taf.
    Zusammenfassung
    Die zentralen Ebenen von Myanmar(Birma)sind seit dem Beginn des 19.Jahrhunderts für das Vorkommen von mineralisierten Hölzern bekannt; besonders häufige Vorkommen liegen in den alten Überflutungsebenen des Ayeyarwady(Irrawaddy) südwestlich von Mandalay. Die Untersuchung der Fossilien durch verschiedene Wissenschaftler blieb jedoch auf 24 verstreut gesammelte Stücke beschränkt, die als tertiäre Arten der ARAUCARIACEAE, PALMACEAE, ANACARDIACEAE, BARRINGTONIACEAE, COMBRETACEAE, DIPTEROCARPACEAE, EBENACEAE, LEGUMINOSAE, LYTHRACEAE und STERCULIACEAE bestimmt wurden.
    Die in dieser Arbeit untersuchten 37 fossilen Hölzer sind die ersten aus dem Fundgebiet"Chindwinn-Bassin", das nordwestlich des oben genannten"zentralen" Fundgebietes und parallel zu der nahen nordostindischen Grenze liegt. Es handelt sich hierbei um eine Auswahl von Kieselhölzern, die bei quartärgeologischen Untersuchungen von myanmarischen und deutschen Geologen in den Terrassenschottern des Chindwinn gefunden wurden. Die bis zu einem Meter langen und bis zu 0,45 m starken Bruchstücke silifizierter Stämme oder sehr starker Äste sind oft deutlich abgerollt und stammen von 4 Fundstätten südlich der Stadt Homalin.
    Alle Hölzer gehören dicotylen Taxa an von denen 34 mindestens bis zur Gattung bestimmbar waren:
    ANACARDIACEAE- Mangiferoxylon;
    BARRINGTONIACEAE- Careyoxylon;
    BOMBACACEAE - Bombacoxylon;
    DIPTEROCARPACEAE- Anisopteroxylon, Dryobalanoxylon;
    GUTTIFERAE - Calophylloxylon;
    LEGUMINOSAE - Acrocarpoxylon, Adenantheroxylon, Copaiferoxylon, Cynometroxylan, Erythrophloeoxylon, Pahudioxylon, Saracoxylan;
    SAPINDACEAE - Isoschleicheroxylon, Pometioxylon;
    SONNERATIACEAE - Duabangoxylan;
    STERCULIACEAE - Heritieroxylan;
    TETRAMELACEAE - Tetrameloxylon;
    TILIACEAE - Grewioxylon.
    Die rezenten Vergleichsgattungen aller genannten fossilen Gattungen des Fundgebietes"Chindwinn-Bassin sind, ausgenommen von Dryobalanoxylon und Pometioxylon, auch heute noch charakteristische Taxa der myanmarischen Baumflora. Außerdem ist herauszustellen, daß mit 13 von 9 Arten stammenden Hölzern der Anteil caesalpinioider Leguminosen auffällig groß ist und daß weder typische Litoral- oder Strandpflanzen noch Arten vorkommen, die für Lagen über 800 m NN bekannt sind. Die Zusammensetzung der vorliegenden Gattungen entspricht einem überwiegend"tropical lowland semi-evergreen forest, wie er auch für das Neogen der nordostindischen Grenzprovinzen angenommen wird.
    Das den fossilen Arten des Chindwinn-Becken entsprechende Klima war tropisch mit jährlichen Niederschlägen über 2400 mm; nach den Wachstumsstrukturen kann von nur einer jährlichen Trockenzeit ausgegangen werden, die aber - nach dem Vorkommen der Gattungen Dryobalanoxylon und Pometioxylon - kürzer war und weniger extreme Temperaturen aufwies als es in den heutigen Waldgebieten Myanmars möglich ist. Demnach lässt die Zusammensetzung der fossilen Baumarten auf ein Klima schließen, das dem heutigen der Andamanen und Teilen Malayas ähnlicher war als dem heutigen in Myanmar.
    Das Alter der am Chindwinn gesammelten allochthonen Kieselhölzer kann nach den xylotomischen Merkmalen und nach der Zusammensetzung der Arten einem nur sehr weiten Zeitbereich zugeordnet werden, weil entsprechende Formen bereits seit dem älteren Tertiär nachweisbar sind. Dagegen erlauben die stratigraphi schen Daten eine Zuordnung in die "Irrawaddy Group" und eventuell auch noch in die "Thaungdut Formation". Es ist daher mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem überwiegend mittelmiozänen Alter der hier beschriebenen Kieselhölzer auszugehen.
    Die Herkunft dieser in den Terrassenschottern des Chindwinn abgelagerten Kieselhölzer ist noch unbekannt, da bisher weder im nordwestlichen Myanmar noch in den angrenzenden indischen Provinzen Stubbenfelder oder gar noch stehende Reste fossiler Bäume gefunden wurden. Unter Berücksichtigung einer auch schon im Neogen bestehenden südwärts gerichteten Abdachung mit einem entsprechenden Gefälle des Chindwinn~Ayeyarwady-Stromsystems sowie der dazu parallel verlaufenden, das Chindwinn-Bassin begrenzenden Wasserscheide und einer Kette tertiärer Vulkane, können vor allem am Chindwinn und dessen Nebenflüssen gelegene Wälder, südlich des alten Vulkan Taung Thonlon und des Uyu Flusses bis zum südlichsten, um 250 km entfernten Fundpunkt in Frage kommen.
    Die Fossilisation der vorliegenden 37 Kieselhölzer kann aus verschiedenen Gründen besser auf die Tätigkeit des erwähnten"Western Volcanic Arc" von Myanmar als auf langzeitige Überflutungen zurückgeführt werden.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 87 (dn087-1994-1)

München 1994 (1. Auflage); ISBN 3-86544-087-8
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Fijalkowska, A.: Palynological aspects of the Permo-Triassic succession in the Holy Cross Mountains, Poland: 1-46, 4 Abb., 3 Tab., 7 Taf.
    Zusammenfassung
    A palynostratigraphic study of the Permo-Triassic sequence in the Holy Cross Mountains resulted in the identification of four spore-pollen assemblages which represent Lueckisporites virkkiae and LT1 palynological zones. The correlation was drawn between the Holy Cross spore-pollen assemblages and the contemporaneous spectra known from the other European regions assigned both to the German and Alpine basins.The paleoclimatic model obtained from this study indicates the consequent aridation during the Late Permian, documented by the distinc domination of the xerophytic elements in the miosores spectra and an increase of humidity in the Early Triassic.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 88 (dn088-1994-1)

München 1994 (1. Auflage); ISBN 3-86544-088-6
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Warnke, K.: Die unterkarbonischen Mud Mounds in den Counties Sligo und Leitrim, Nordwest-Irland. Fazies, Bildungsbedingungen und Diagenese: 172 S., 21 Abb., 12 Tab., 15 Taf.
    Zusammenfassung
    Die Sligo Syncline in den heutigen Counties Sligo und Leitrim in Nordwest-Irland durchlief während des oberen Visé (Unter-Karbon) einen vollständigen Zyklus aus Transgression und Regression. Auf einem Deltasandstein wurde eine zunächst fossilreiche Abfolge von Kalken und Mergeln abgelagert. Während der Transgression verarmte die Benthosfauna, Kieselschwämme wurden zum dominierenden Faunenelement und bildeten Biostrome und Karbonat-Knollen. Bei ca. 200 m Wassertiefe begann das Wachstum mehrerer Mud Mounds, flacher Linsen aus massigem und undeutlich gebanktem, reinem Kalk. Die Karbonat-Akkumulationsraten in den Mud Mounds waren fünf bis zehnmal höher als die Sedimentationsraten der Beckensedimente, angezeigt durch synsedimentäre Hangneigungen von bis zu 60°. Das Wachstum der Mud Mounds hielt während der Regression an und endete bei einer Wassertiefe von ca. 30 m, als die Mound-Oberfläche die effektive Wellenbasis erreichte.
    Die Mud Mounds bestehen aus in situ gebildetem und akkumuliertem peloidalem und mikritischem Karbonat, das sehr viele Relikte von calcifizierten Kieselschwämmen enthält. Das Weichgewebe der Schwämme wurde beim Abbau unter Beteiligung von Mikroben in Peloide, Tuberoide und Mikrit umgesetzt. Die Calcifizierung und die frühe Lösung des Skelett-Opals machten die Schwammstrukturen so undeutlich, dass sie kaum noch zu erkennen sind. Die Kieselschwämme werden als Mound-Bildner angesehen. Mound-Besiedler sind fenestrate Bryozoen und Crinoiden.
    Stromatactoide Hohlräume enstanden durch den Zerfall von nicht lithifizierten Kieselschwämmen. Der erste Zement in den Hohlräumen ist ein radiaxial-fibröser Calcit, der bei vollmarinen Bedingungen wenige Zentimeter unterhalb der Sedimentoberfläche gebildet wurde. Spätdiagenetische Zemente sind neben anderen klarer, blockiger Calcit und ein Fe-reicher Satteldolomit.
    Unklar bleibt, was der Grund für das Riff-artige Wachstum war. Eine Möglichkeit wäre, dass die Wassertemperatur an Austritten von hydrothermalen Lösungen, die an synsedimentären Verwerfungen aufgestiegen sind, lokal erhöht war und so die verstärkte Karbonatproduktion und Mound-Bildung auslöste.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 89 (dn089-1994-1)

München 1994 (1. Auflage); ISBN 3-86544-089-4
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Pingen, M. & Gregor, H.-J.: Neue Pflanzenfossilien aus dem niederrheinischen Tertiär VIII. Tilia gieskei nov. spec. - der erste fossile Blütenfund aus dem Tagebau Hambach bei Düren: 1-8, 2 Abb., 2 Taf.
    Zusammenfassung
    Aus den Inden Schichten (Obermiozän) des Tagebaus Hambach bei Niederzier wird eine neue Art einer Linde beschrieben. Es handelt sich um Blütenkapseln mit Pollen und Antheren in situ. Die Begleitflora ist warmtemperiert und typisch für die niederrheinische Braunkohle.
  • Pingen, M.: Neue Daten und Berichtigungen zur Sand- und Tongrube von Kreuzau (früher Niederdrove): 9-19.
    Zusammenfassung
    Es werden revidierte Listen der Karpofloren von Kreuzau vorgelegt. Zusätzlich werden die Fossilien aller Listen in einer Gesamtliste erfasst.
  • Gregor, H.-J.: Neue Pflanzenfossilien aus dem niederrheinischen Tertiär IX. Die niederrheinische Braunkohle - ein literarischer Überblick und neue paläobotanische Befunde: 20-30, 2 Abb., 12 Taf.
    Zusammenfassung
    Es werden wichtige Literaturzitate zur niederrheinischen Braunkohle gegeben und weiterhin einige palaobotanische Befunde aus den Tagebauen Bergheim, Zukunft, Frechen und und Hambach.
  • Schubert, R. & Gregor, H.-J.: Jungtertiäre Käferreste aus dem Tagebau Hambach (Niederrheinische Braunkohle): 31-33, 1 Taf.
    Zusammenfassung
    Aus dem sogenannten Ton 13 (Tegelen, Pliozän) von Hambach werden fossile Elytren eines Prachtkäfers (Buprestidae) kurz beschrieben, sowie eine große Flügeldecke möglicherweise eines Laufkäfers, eines Carabiden-Vertreters aus dem tieferliegenden Äquivalent zu Flöz Schophoven (Obermiozän).

Zeitschrift Documenta naturae, Band 90 (dn090-1995-1)

München 1995 (1. Auflage); ISBN 3-86544-090-8
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Arp, G.: Algenflora und Fazies der miozänen Karbonate am Nordrand des Kratersees im Nördlinger Ries (Süddeutschland). Gebiet Ehingen-Belzheim-Breitenlohe, Hainsfarth: 197 S., 11 Abb., 2 Tab., 30 Taf., 7 Beil.
    Zusammenfassung
    Die miozänen Karbonate des Rieskratersees wurden anhand von 6 Aufschlüssen und einer Fazieskartierung am nördlichen Randbereich des Nördlinger Rieses (Ehingen a.Ries, Hainsfarth) bezüglich Mikrofazies, Diagenese und Algenflora untersucht. Gesteinsbildende Karbonatpartikel werden von Biogenen, Phytoklasten, Intraklasten, Ooiden, Pebiden, Onkoiden und "pedogenen Ooiden" gebildet. Neben den z.T. massenhaft verbreiteten Ostracoden und Hydrobien sind horizontgebunden auch Foraminiferen nachweisbar. Anreicherungen der Landschnecke Cepaea werden als Spülsäume vom Seewasser erfasster Gehäuse interpretiert. Verschiedene Erhaltungszustände von Ooiden werden auf eine wechselnde Primärminerabogie (Mg-cabcit, Aragonit) zurückgeführt. Peloide werden vorwiegend als Erosionsprodukte von "verklumptem" Karbonatschbamm angesehen. Lokal nachweisbare stabförmige Peblets könnten in aufgearbeiteter Form zu den Peboiden beigetragen haben. Krustenbildungen sind in vorwiegend bakustrin-vadose Sinterkrusten, Algenlaminite, cyanobakterielle Skelett-Stromatolithe, pedogene Krusten und Speläotheme zu differenzieren. Eine Benennung von 32 Mikrofaziestypen wird deskriptiv auf Grundlage der "DUNHAM-Klassifikation", modifiziert durch interpretative Zusätze der mutmaßlich prägenden Prozesse (frühe meteorische Diagenese, Pedogenese) als Arbeitsgrundlage durchgeführt. Ein Straßeneinschnitt zeigt ein Profil durch ein fossiles Seeufer, von Beckenlaminiten über Karbonatsande der Litorabzonen bis hin zu supralitoralen Algenlaminiten und vergesellschafteten metergroßen "Travertin" -Mounds. Letztere bildeten sich an sublakustrinen Quellaustritten infolge Unterschichtung sabinaren Seewassers ("Soda-See") durch meteorisches Grundwasser. Primär gefällte Thrombolithe besaßen vermutlich eine Mg-calcitische bis aragonitische Zusammensetzung. Sie wurden sowohl vados während Emersionsphasen als auch phreatisch im aufsteigenden Grundwasserstrom des tieferen Mound-Bereichs zu sekundären Faziestypen (Sinter-Framestones, Sichelzellenkalke) meteorisch überprägt. Ein weiterer Aufschluss zeigt eine metergroße Tepee-Struktur mit assoziierten Speläothemen, gebunden an einen flach hügelfömigen "Travertin"-Körper mit lateral angrenzenden Stromatolith-Biohermen (Typ Staudigberg). Die Biohermfazies (Typ Hainsfarth) der Aufschlüsse in Ehingen und Hainsfarth zeigt eine Abfolge von Sequenzen in Abhängigkeit von saisonalen Seespiegelschwankungen, Seespiegelschwankungen "höherer ordnung" und einem übergeordneten Trend im Seewasserchemismus. Cladophorites-Bioherme werden zum Hangenden hin von Cladophorites-Stromatolith-Biohermen abgelöst. Lösungshohlräume und Überzüge aus laminierten Sinterkrusten gehen sowohl auf saisonale Seespiegelfluktuationen als auch Emersionsphasen höherer Ordnung zurück. Bioherme (Typ Hainsfarth) besaßen vermutlich eine Mg-calcitische Primärmineralogie. Eine Aragonitlösung und Dolomitisierung der permeablen Bioherm- und Litoralkarbonate erfolgte im Mischungsbereich von salinarem Seewasser mit meteorischen Grundwasser. Ein "Pumpen" der nur wenige Meter tief unter der Sedimentoberfläche gelegenen Mischwasserzone durch Seespiegelfluktuationen "höherer Ordnung" des überlagernden Seewasserkörpers wird für eine ausreichende Mg2+-Zufuhr über das Seewasser verantwortlich gemacht. "Travertine" blieben von der Mischwasser-Dolomitisierung ausgenommen, da sie im stetig aufsteigenden meteorischen Grundwasserstrom verblieben. Die fossile Algenflora der Riesseekarbonate umfasst mutmaßliche Grünalgen der Gattung Cladophorites, Cyanobakterien, daneben auch Characeen, endolithische Organismen und problematische Formen. Cladophorites zeigt drei unterschiedliche Formtypen. Mutmaßliche Cyanobakterien liegen in Form mehrerer verschiedener filamentöser Mikrofossilien vor. Ein Filamenttyp wird aufgrund längsstrukturierter Tubenwände, scheibenförmiger Zellformen, Dimensionen und dem Fehlen jeder Verzweigungen als Beleg für die Präsenz von Cyanobakterien in den Riesseekarbonaten gewertet. Die Verbreitung von Biohermfazies Typ Hainsfarth, "Travertin"-Fazies sowie 11 weiteren Fazies-Einheiten des Miozän wurde im Gebiet Ehingen-Belzheim-Breitenlohe kartiert. Das Gebiet zeigt eine Gliederung in eine pelitische Beckenfazies und dolomitische Litoralkarbonate, die abschnittsweise von einem geschlossenen Biohermgürtel ersetzt sind. "Travertine" sind ohne belegbares Verteilungsmuster verbreitet. Hinter dem Biohermgürtel ist bei flachem Untergrundrelief in topographisch hochliegenden Niveaus eine Überschwemmungsebene mit palustrinen Karbonaten entwickelt. Lokal entwickelte "Algenknollenkalke" mit polyphas inkrustierten, geschwärzten Biohermklasten gehen auf Transportvorgänge in exponierte Bereiche während episodischer Sturmereignisse zurück. Der jüngste überlieferte Seeabschnitt wird von lokal im Norden erhaltenen Peliten und Ostracoden-Wackestones der "Aussüßungsphase" repräsentiert, die Süßwassergastropoden und Characeen-Reste führen.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 91 (dn091-1995-1)

München 1995 (1. Auflage); ISBN 3-86544-091-6
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Zöbelein, H. K.: Die jungtertiäre Graupensandrinne in der Vorlandmolasse Südwestdeutschlands (Forschungsgeschichte, Verlauf, Entstehung, Füllung und Beziehungen zur Umrandung):  108 S., 8 Abb., 3 Tab.
    Zusammenfassung
    Die "marinen" Zeugen in der Füllung der Graupensandrinne, Austern, Haifischzähne und Glaukonit wurden aus der Oberen Meeresmolasse umgelagert. Es bestand nie eine Verbindung des postulierten Molassemeeres in der Graupensandrinne mit dem miozänen Meer der Schweiz. Dessen Schichten können nur noch mit den marinen Schichten der Umrandung der Graupensandnrine korreliert werden. Der Graupensandfluss kann nicht im SW bei Grießen-Riedern geendet haben. Man muss eine Fortsetzung des Graupensandflusses und der Graupensandrinne gegen das Rhonegebiet annehmen.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 92 (dn092-1995-1)

München 1995 (1. Auflage); ISBN 3-86544-092-4
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Korsitzke, H.-D.:Planktonische Foraminiferen der Oberkreide (Cenoman - Campan) am Nördlichen Tethysrand (Süddeutsche Molasse - Untergrund, Regensburger Kreide) Systematik, Stratigraphie sowie Palökologie der Foraminiferen-Gesamtfauna: 1-274, 36 Abb., 17 Tab., 24 Taf.
    Zusammenfassung
    In Oberkreidevorkommen des Molasse-Untergrundes (Wasserburger und Braunauer Trog), des Regensburger Golfes sowie der helvetischen Zone konnte durch mikropaläontologische Untersuchungen ein Zeitbereich von Obercenoman bis Mittelcampan nachgewiesen werden, dem sich 9 planktonische Foraminiferen-Zonen zuordnen lassen. Diese Zonen verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Sedimentationsräume:
    - Wasserburger Trog: cushmani-, helvetica-, schneegansi- und concavata-Zone (Obercenoman bis Untersanton);
    - Braunauer Trog: asymetrica-, elevata- und ventricosa-Zone (höheres Santon bis Mittelcampan);
    - Regensburger Golf: cushmani-, archaeocretacea-, helvetica-, schneegansi-, primitiva-, concavata- und asymetrica-Zone (Obercenoman bis höheres Santon);
    - Helvetikum: concavata- bis ventricosa-Zone (höheres Coniac bis Mittelcampan)
    Im paläontologischen Teil werden 62 planktonische Foraminiferenarten beschrieben und auf 24 Tafeln abgebildet. Dicarinella longoriai PERYT, Dicarinella sp. und Globotruncana orientalis EL NAGGAR werden erstmals aus den Sedimenten des Molasse-Untergrundes bestimmt. Marginotruncana culverensis (BARR) ließ sich im gesamten Untersuchungsgebiet nachweisen. Allerdings tritt diese Art, die bislang nur aus dem Oberconiac bzw. Untersanton bekannt war, im Wasserburger Trog bereits in oberturonen Sedimenten auf. Der Vorschlag, Sigalia decoratissima (KLASZ) in die Variationsbreite von Sigalia deflaensis (SIGAL) zu stellen und damit zugunsten der SIGAL'schen Art einzuziehen, wird unterbreitet.
    Die mittels Foraminiferenvergesellschaftungen, dem Tiefenverhalten bestimmter Gattungen sowie aus dem P/B-Verhältnis abgeleiteten bathymetrischen Verhältnisse erstrecken sich im Wasserburger Trog vom inneren bis zum äußeren Schelf (50 - 200 m). Tiefere Sedimentationsräume werden vom Santon bis Mittelcampan in der Braunauer Senke erreicht. Die Stensioeina-Gavelinella Nodosariiden-Vergesellschaftung sowie Planktongehalte bis zu 85% weisen auf bathymetrische Bereiche von 200 bis 1000 m (äußerer Scheif bis mittleres Bathyal) hin. Für eine Sedimentation auf dem Scheif mit Wassertiefen von 50 -200 m sprechen die vorgefundenen Foraminiferen-Populationen im Regensburger Golf. Zwei transgressive Phasen können am Ende des Cenomans bzw. zu Beginn des Turons sowie im Coniac nachgewiesen werden. Die im Coniac vorgefundene planktonische Foraminiferen-fauna entspricht in ihrer Diversität nahezu vollkommen derjenigen des Tethysraumes und belegt damit für diese Zeit einen Einfluß der Hochtethys bis in den Regensburger Raum. Vollmarines Milieu lässt sich noch im höheren Santon erkennen. Der Beginn der bislang ins mittlere Coniac gestellten Regression muss damit in jüngere stratigraphische Abschnitte verschoben werden. Die Foraminiferenvergesellschaftungen der helvetischen Amdener-und Pinswanger Schichten weisen auf Sedimentationsräume des äußeren Schelfes und mittleren Bathyals (200 - 1000 m) hin und lassen sich Z.T. gut mit gleichalten Assoziationen des Braunauer Troges vergleichen. Das Verhalten der Foraminiferenfaunen im STEHLI-Diagramm bestätigt in nahezu allen Fällen die bathymetrischen Schätzwerte.
    Die Foraminiferenvergesellschaftungen weisen auf enge Beziehungen zu Polen, Böhmen und zum Molasse-Untergrund Österreichs hin und belegen damit den Übergriff der Tethys auf ihre nördlichen Randgebiete. Vergleichbares lässt sich im S-Atlantik, Israel und der amerikanischen Golfküstenebene beobachten. Mikrofaunistische Verbindungen zu diesen Gebieten konnten aufgezeigt werden. Eine direkte Verbindung der süddeutschen Kreide über die Mitteldeutsche Schwelle nach Norddeutschland existierte nicht. Die marine Verbindung nach Sachsen verlief um den Südsporn der Böhmischen Masse.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 93 (dn093-1995-1)

München 1995 (1. Auflage); ISBN 3-86544-093-2
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Usunova, K.: Some new interesting species for Sarmatian flora of Bulgaria: 1-15, 1 fig., 8 pls.
  • Vassiliev, I., Ablaev, A. & Striegler, U.: On systematic belonging of Carpinus koreana fruit from the Miocene of northern Korea and Primorye (Far East): 16-18, pls IX-X.
  • Geissert, F. & Gregor, H.-J.: Eine holozäne Schneckenfauna von Dintenhofen bei Ehingen (Ulm): 19-26, 1 Fig., 3 Taf.
    Zusammenfassung
    In holozänen Mergeln einer Baugrube bei Dintenhofen (Ehingen, Ulm) fand sich eine reiche terrestrische Gastropodenfauna, die mit gegenwärtigen Gesellschaften der mitteleuropäischen Laubwälder übereinstimmt. Sämtliche Arten gehören noch zur Fauna des Untersuchungsgebietes. In dem umgelagerten Material fanden sich Muschelbruchstücke sowie die Brackwasserschnecke Staliopsis cf. dehmi aus dem miozänen Untergrund.
  • Schlüter, T.: Ein Kronenkorken-Event im auslaufenden Holozän bei Ras Kiromoni an der Küste des Indischen Ozeans von Dar es Salaam, Tansania: 27-31, 14 Taf.
    Zusammenfassung
    Eine an der tansanischen Küste des Indischen Ozeans bei Ras Kiromoni aufgefundene Beachrock-Scholle ist aus Kronenkorken der Biermarke ,,Safari Lager" zusammengesetzt. Stratigraphische, biostratonomische und palökologische Schlussfolgerungen aus diesem Befund werden diskutiert.
  • Givulescu, R.: Elatides curvifolia (DUNKER) NATHORST in der Flora der unteren Kreide Rumäniens: 32-33, 1 Abb. / Kurzmitteilung 1
  • Gregor, H.-J.: Umgelagerte Hornsteingerölle in der basalen Oberen Süßwassermolasse von Donauwörth: 34-35, 1 Abb., Taf. 16. / Kurzmitteilung 2
  • Gregor, H.-J.: Ein rezentes "Zapfen-Negativ" von Pinus pinea aus Spanien - eine botanische Kuriosität: 36-37, 1 Taf., 3 Abb. / Kurzmitteilung 3
  • Dernbach, U. & Gregor, H.-J.: Amorph verkieselte fossile Hölzer mit strukturbietender Außenzone aus der Türkei: 36-39, 1 Abb., Taf. 17-18 / Kurzmitteilung 4

Zeitschrift Documenta naturae, Band 94 (dn094-1995-1)

München 1995 (1. Auflage); ISBN 3-86544-094-0
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Schoch, M.: Die minoische Chronologie: Möglichkeiten und Grenzen konventioneller und naturwissenschaftlicher Methoden: 1-256, 6 Abb. im Anhang.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 95 (dn095-1995-1)

München 1995 (1. Auflage)
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Unger, H. J.: Die Geologie um Schloss Bruckberg: 1-21, 9 Abb., 2 Tab.
    Zusammenfassung
    Im Zuge der Renovierungsarbeiten am Schloss Bruckberg wurden Ende 1994 bis Anfang 1995 vom Landesamt für Denkmalpflege (Außenstelle Landshut) in der Schlosskapelle archäologische Untersuchungen durchgeführt. In einer acht Meter langen Aufgrabung wurde dabei der Untergrund der Schlosskapelle aufgeschlossen. Das geologische Profil in der Schlosskapelle St.Nikolaus zeigt den typischen Aufbau der würm-spätglazialen Altstadt-Stufe: Über kiesigen Sanden lagert sogenanntes Pechanmoor schwarzer bis olivgrauer Farbe, das von Schwemmlöß überdeckt wird. Innerhalb der romanischen Vorläuferkapelle läßt sich keine künstliche Aufschüttung nachweisen; erst im Zuge der Osterweiterung der Folgekapelle fanden zwischen alter und neuer Apsis kiesig-sandige Aufschüttungen zum Niveauausgleich statt.
    Die Schloskapelle und wahrscheinlich auch das Schlos Bruckberg wurden, geologisch betrachtet, auf Resten der würm-spätglazialen Altstadt-Stufe des ausgehenden Pleistozäns und nicht auf künstlich aufgeschütteten Hügeln errichtet. Der Bergfried steht auf einem rißzeitlichen Hochterrassenrest, der offensichtlich durch hochliegende Sedimente des Tertiärs vor der würmzeitlichen Erosion bewahrt wurde. Der innere und äußere Wassergraben um Schloss und Schlosskapelle wurden künstlich ausgehoben; das Aushubmaterial veränderte tiefgreifend die Topographie der Umgebung.
    Aus der Aufgrabung in der Schlosskapelle lässt sich kein Hinweis auf einen großen Brand erbringen.
  • Unger, H. J.: Der Ortenburger Schotter in Bohrungen Ostniederbayerns: 22-62, 11 Abb., 3 Tab.
    Zusammenfassung
    Es werden die Schichtenverzeichnisse der in den Jahren 1992 bis 1994 teuften Forschungs-und Aufschlussbohrungen auf den Ortenburger Schotter östlich von Osterhofen und ihre geologische Interpretation vorgelegt. Eine Verfeinerung der Strukturlinien des Ortenburger Schotters wird möglich, ebenso kann durch die neuen Bohraufschlüsse die Ostbegrenzung der Ortenburger Schotter-Rinne nördlich von Pleinting revidiert werden. Nach diesen Bohrergebnisen lässt sich aus der Lagerung des Ortenburger Schotters sein Alter in den en Teil des Oberen Ottnang, zeitgleich zu den Oberen Oncophora Schichten weiter im Süden, festlegen.
  • Unger, H. J.: Anmerkungen zu: Ulbig, A. (1994): Vergleichende Untersuchungen an Bentoniten, Tuffen und sandig-tonigen Einschaltungen in den Bentonitlagerstätten der Oberen Süßwassermolasse Bayerns. - Diss. Techn. Univ. München: 63-103

Zeitschrift Documenta naturae, Band 96 (dn096-1995-1)

München 1995 (1. Auflage); ISBN 3-86544-096-7
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Antoniadis, P. & Lampropoulou, E.: Depositional Environment Interpretations based on Coal Facies Analysis of Lava’s Lignite Deposit (Greece): 1-12, 3 Abb., 1 Tab.
    Zusammenfassung
    Die vorliegende Arbeit bezieht sich auf die palaogeographischen Verhältnisse der Braunkohle-Flöze des Beckens von Lava, das wiederum im geologischen Rahmen zum großen Beckenzug gehört, der sich von den Nordgrenzen Griechenlands bis Nord-Thessalien erstreckt. Hierzu wird zunächst einmal allein an Hand von kohlepetrographischen Daten und auf den Arbeiten von Diesel (1982, 1986) und Mukhopadhyay (1986) basierend, auf die paläogeographischen Verhältnisse im Untersuchungsgebiet geschlossen. Dieses Gebiet zeichnet sich dadurch aus,dass der Versuch zu einer paläogeographischen Rekonstruktion bereits durch anderen Methoden vorgenommen wurde, und dadurch ein Vergleich der Ergebnisse ermöglicht wird. Zu diesem Zweck wurden die Ergebnisse aus 11 Proben einer repräsentativen Bohrung untersucht. Zusammenfassend für das Arbeitsgebiet kann man auf ein wechselndes Milieu von terrestrisch-fluviatil zu limno-telmatisch schließen. Mit vorherrschend terrestrischem Einfluss zu Beginn (unteres Flöz) ändert sich das Milieu zunächst zu rein limnischen (Mergel- und Tonzwischenlage) und weiterhin zu limno-telmatischen Bedingungen bis zu solchen offener Gewässer (Oberes Flöz).
  • Antoniadis, P. & Lampropoulou, E.: Depositional Environment Interpretations based on Coal Facies Analysis of Chomatero-Koroni’s Lignite Deposit (Greece): 13-24, 3 Abb., 1 Tab.
    Zusammenfassung
    Die vorliegende Untersuchung bezieht sich auf die paläogeograph ischen Verhältnisse der Braunkohle-Flöze des Beckens von Chomatero-Koroni, (SW-Peloponnes, Griechenland). Hierzu werden die kohlepetrographischen Daten und auch die Arbeiten von Diesel (1982,1986) und Mukhopadhyay (1986) verwendet. Auf diese Weise lassen sich Rückschlüsse auf die paläogeographischen Verhältnisse im Untersuchungsgebiet ziehen. Das Gebiet ist auch dafür prädestiniert,da der Versuch zu einer paläogeographischen Rekonstruktion bereits durch andere Methoden verifiziert wurde, und dadurch ein Vergleich der Ergebnisse ermöglicht wird. Zu diesem Zweck wurden die Daten aus 8 Proben einer repräsentativen Bohrung untersucht. Zusammenfassend für das Arbeitsgebiet kann man auf ein Riedmoor - Milieu schliessen.
  • Antoniadis, P. & Lampropoulou, E.: Depositional Environment Interpretations based on Coal Facies Analysis of Drama’s Lignite Deposit (Greece): 25-34, 3 Abb.
    Zusammenfassung
    Die vorliegende Arbeit bezieht sich auf die paläogeographischen Verhältnisse der Braunkohle-Flöze des Beckens von Drama in Ostmakedonien, die vermutlich die nördlichen Ausläufer tieferer Teile des Torfes von Philippi sind. Hierzu werden zunächst einmal kohlepetrographische Daten sowie die Arbeiten von Diesel (1982, 1986) und Mukhopadhyay (1986) verwendet und so auf die paläogeographischen Verhältnisse im Untersuchungsgebiet geschlossen. Letzteres bietet sich von selbst an, da der Versuch zu einer paläogeographischen Rekonstruktion bereits durch andere Methoden erarbeitet wurde. Zu diesem Zweck wurden die Ergebnisse aus 9 Proben einer repräsentativen Bohrung beleuchtet. Zusammenfassend für das Arbeitsgebiet kann man auf ein wechselndes Milieu von limno-telmatischen zu limnischen Bedingungen schließen.
  • Antoniadis, P. & Lampropoulou, E.: Geology of the Amynteon Main Lignite Deposit - a preliminary report: 34-43, 2 Abb.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 97 (dn097-1995-1)

München 1995 (1. Auflage); ISBN 3-86544-097-5
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Zils, W., Werner, C., Moritz, A. & Saanane, C.: Tendaguru, the most famous dinosaur locality of Africa. Review, Survey and Future Prospects: 1-41, 13 figs.,17 pls.
    Zusammenfassung
    Die berühmtesten Dinosaurier Afrikas stammen aus oberjurassischen Ablagerungen am Tendaguru Hügel in Südtansania. In einem historischen Rückblick werden die Entdeckung dieser Lokalität, die Durchführung der legendären Grabung des Berliner Naturkundemuseums von 1909-1913 sowie die späteren Tätigkeiten des British Museum zusammenfassend dargestellt. Die wichtigsten wissenschaftlichen Ergebnisse werden unter Einbeziehung jüngster Erkenntnisse referiert. Neue, während zweier Geländereisen im Jahre 1994 gesammelte Erfahrungen und aktuelle Informationen zur heutigen Situation vor Ort werden erörtert und moderne Inhalte eines möglichen zukünftigen Tendaguru-Projektes umrissen.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 98 (dn098-1995-1)

München 1995 (1. Auflage); ISBN 3-86544-098-3
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Webenau, B. v.: Die jungtertiären Blattfloren der westlichen Oberen Süßwassermolasse Süddeutschlands: 1-147, 15 Abb., 16 Tab., 49 Taf.
    Zusammenfassung
    Im Rahmen dieser Arbeit konnten folgende Erkenntnisse gewonnen bzw. bestätigt werden: Die untersuchten fosilen Floren repräsentieren auf Grund ihres artlichen Spektrums Auwaldsysteme. Diese Taphofloren sind "vor Ort" gebildet wirden und überliefern Migleider der autochthonen Vegetation ( einige 100 Meter Transport spielen im riesigen Flusssystem der OSM keine Rolle!). Dass der Transport relativ kurz war beweist der geringe Fragmentierungsgrad der Blattabdrücke. Zudem spricht die Erhaltung für eine relativ kurze Zeitspanne zwischen Blattverlust und Zusedimentierung, da die Blätter sonst mikrobiell "skelettiert" wären (primäre Thanatozönose).
    Die Ton/Mergellinse stellt ein Speichermedium für die umgebende Vegetation dar. Zwar geht ein nicht näher definierbarer Teil an Arten durch taphonomische Prozesse verloren, der fossil erhaltene Rest der Taxa aber spiegelt in seiner Häufigkeitsverteilung auch in etwa die Verteilung der Blätter an den Bäumen wider und gilt i n dieser Hinsicht als repräsentativ (Postulat).
    Die Sammlung an sich stellt in aller Regel nur eine Stichprobe der fossilen Taphozönose (Ton/Mergelschicht mit Blattfossilien) dar. Deshalb hängt die Anzahl der nachgewiesenen Taxa vom Umfang der gesammelten Blattabdrücke ab. Die Dominanz- und Häufigkeitsverhältnisse hingegen, kommen Fundstückumfang unabhängig zum Ausdruck, was gerade unter parktikablen Gesichtspunkten von unschätzbaren Wert ist. Das gilt insbesondere für D1 und D2 Arten/Taxa, über die auch ein Florentyp nach Dominanzen definiert werden kann. Dies trifft für objektive Sammlungen zu, während augenschinlich durch subjektive Schwerpunkte entstandenen Sammlungen auch in dieser Hinsicht abweichen (= Raritätensammlung).
    Über bestehende stratigraphische Angaben zu den Fundlokalitäten und den selbsterstellten Auswertungen konnten die einzelnen Fundorte und ihre nachgewiesenen Floren in einen stratigraphischen Kontext gebracht werden. Zusätzlich wurde über die Summenprozentwerte paläotropischer Elemente und Gleditsia lyelliana ein einfaches Werkzeug zur stratigraphischen Datierung geschaffen.
    Abschließend konnte ein neues stratigraphisches Modell, nämlich die Phyllo-Zönosen-Komplexe (PZK) geschaffen werden. Sie basieren im wesentlichen auf durch Dominanzen definierten Florentypen, Anteile paläotropischer Elemente und der Anteile der Art Gleditsia lyelliana, sowie parallelisierenden Angaben der Herren KNOBLOCH und GREGOR (in GREGOR, HOTTENROTT, KNOBLOCH&PLANDEROVA, 1989). Desweiteren wurde nur mit gängigen (relativ leicht bestimmbaren) Arten/Taxa gearbeitet.
    Das Phyllo-Zönosen-Komplex-System kann nur als ein erster Versuch einer neuen Florenstratigraphie gewertet werden. Der große Vorteil der PZK Methode aber ist, dass auch mit sehr kleinen Fundstückumfängen gearbeitet werden kann. Häuifige/dominante Arten mach auch in einer kleinen Stichprobe den Hauptanteil der Blattabdrücke aus. Zudem wurde nur mit gängigen Arten/Taxa gearbeitet, so dass keine Profipaläontologen zur Bestimmung herangezogen werden müssen.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 99 (dn099-1995-1)

München 1995 (1. Auflage); ISBN 3-86544-099-1
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Fechner, G. G.: Fazielle und palynoökologische Untersuchungen in den Böhlener Schichten (Mitteloligozän) der Leipziger Tieflandsbucht - ein Statusbericht: 1-78, 16 Tab., 15 Taf.
    Zusammenfassung
    Die z.Z. noch zugänglichen Großtagebaue südlich von Leipzig bieten einen guten Einblick in die tertiären Schichten des Weißelster-Beckens. Im Mittelpunkt der vorliegenden Untersuchungen standen jedoch nur die überwiegend marinen Sedimente der ,,mitteloligozänen" Ingression. Obwohl die Ingression allgemein von Norden nach Süden voranschritt, kam es infolge eines komplizierten Zusammenwirkens von tektonischer Absenkung, Subrosion, Küstenversatz, Deltavorbau und möglichen Meeresspiegel-Schwankungen zu lokal recht unterschiedlichen Entwicklungen mit einem engräumigen Nebeneinander von marinen, brackigen und nichtmarinen Ablagerungen.
    Mittels palynoökologischer Methoden sollte nun die Verteilung von terrestrischen und marinen Ablagerungen im ,,Mitteloligozän" des Weißelster Beckens untersucht werden. Dazu wurden 16 Profile mit zusammen ca. 500 Proben genommen und aufbereitet. Fast alle Proben lieferten Palynomorphen. Aus Zeitgründen erfolgte die Sichtung des Materials vorläufig nur halbquantitativ. Zusammen mit den lithologischen Daten sind die Ergebnisse auf 16 Tabellen dargestellt.
    Die Untersuchungen lieferten sehr viele sedimentologische und palynoökologische Informationen, die auf die Anwesenheit von recht unterschiedlichen Faziestypen (Biotopen) hinweisen, (neritische, Prodelta- und Detaablagerungen sowie Barren, Nehrungen und Lagunen, aber auch Intertidal-, Salzmarsch- und terrestrische Entwicklungen). Aufgrund dieses sehr differenzierten und dynamischen Nebeneinanders ist es z.Z. jedoch noch nicht möglich ein allgemeines Bild vom Verlauf der mitteloligozänen Ingression im Weißelster-Becken zu entwerfen.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 100 (dn100-1996-1)

München 1996 (1. Auflage); ISBN 3-86544-100-9
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Gregor, H.-J., Davila Arroyo, S.L. & Nunez Vargas, C.A.: Die neogene Fundstelle Carboneras in SE-Guatemala und die Mineralisierung der Gastropoden von dort: 1-6, 3 Abb., 3 Taf.
  • Wesselingh, F., Gürs, K., Davila Arroyo, S. L. & Nunez Vargas, C. A.: A Pliocene Freshwater Molluscan Faunule from Guatemala - with implications for Neogene neotropical molluscan dispersal: 7-22, 3 figs.
  • Wesselingh, F. P.: New Pliocene Freshwater gastropods from Guatemala: 23-36, 4 pls.
  • Fechner, G., Nunez Vargas, C. A. & Gregor, H.-J.: Das Phytoplankton von 4 tertiären Fundstellen Guatemalas: 37-46, 1 Abb., 1 Taf.
  • Gregor, H.-J.: Banisteriopsis bossei nov.spec. aus den "plio-pleistozänen" Diatomiten des Sisimico-Tales, El Salvador: 47-56, 3 Abb., 1 Taf.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 101 (dn101-1996-1)

München 1996 (1. Auflage); ISBN 3-86544-101-7
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Damsohn, W.: Zur Symptomatologie der gesunden und der walderkrankten Tanne: 1-491, 127 Abb., Anhang
    Zusammenfassung
    Diese symptomatologische Arbeit unterscheidet gesunde, gefährdete und walderkrankte Tannenäste. Damit kann man das übliche Beurteilungsverfahren nach dem prozentualen Nadelverlust der Krone ergänzen und weiter differenzieren. Zusätzlich werden die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Baumorganen deutlich. In der Hauptsache sind es zwei Faktoren, die erst im Zusammenwirken zu den Extremformen dieser Schäden führen: langwährender Konkurrenzdruck (d.h. Lichtmangel in der Krone) und das plötzliche Auftreten der Walderkrankungssymptome. Dauer und Stärke der Wuchsstockungen und Ausmaß der vorzeitigen Nadelverluste werden im Wesentlichen von dem kleinklimatischen Wechsel in der Krone bzw. am jeweiligen Ast bestimmt. Durch das Entfernen angrenzender Bäume wechseln diese Äste von einer feuchten in eine trockenere Umgebung, oder durch einen klimatologischen Parameter ausgedrückt, die ehemaligen Schattenäste wechseln von einer Umgebung mit geringer Evaporation zu einer Umgebung mit großer Evaporation. Als physiologischer Auslöser für die Walderkrankung läßt sich ein veränderter, aber noch nicht ganz angepasster Wasserhaushalt am jeweiligen Ast eingrenzen. Das eindeutigste Symptom der Walderkrankung ist vorzeitiger Nadelverlust. Ihm geht immer eine plötzliche Wuchsstockung am Ast voraus. Da nun aber nicht jeder Wuchsstockung an einem Ast auch ein vorzeitiger Nadelverlust folgt, kann man die Walderkrankung als Sonderform eines kleinklimatischen Anpassungs- und Optimierungsvorgangs ansehen.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 102 (dn102-1996-1)

München 1996 (1. Auflage); ISBN 3-86544-102-5
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Mathur, A.: Über Ammoniten der Kössener Schichten und den Nachweis der Tintenbeutel-Substanz Melanin bei ihnen: 1-61, 7 Abb., 1 Taf.
    Zusammenfassung
    Bei Profilaufnahmen der Kössener Schichten im Lahnewiesgraben, Farchant bei Garmisch-Partenkirchen wurden zahlreiche Ammoniten der Art Eapsiloceras planarboides (GÜMBEL) gefunden, die zu systematischen und stratigraphischen Untersuchungen anregten. Bei vielen Exemplaren wurden schwarze Flecken entdeckt, die auf die Existenz von Tinte schließen ließen. Untersuchungen bestätigten diese Vermutungen, womit zum erstenmal bei triassischen Phylloceratina Tinte nachgewiesen ist:
    1. Die Phylloceratina-Art Eopsiloceras planorboides (GÜMBEL) wird neu beschrieben. Da die Gattung Eopsiloceras einen lituiden Internlobus hat, andererseits aber die Ammonitina nach Arbeiten WIEDMANNs keinen lituiden Internlobus aufweisen dürfen, ist die Form des Internlobus als alleiniges Kriterium für die Taxionomie abzulehnen. Bei der Bewertung der taxionomischen Beziehungen müssen alle Merkmale gleicherweise in Betracht gezogen werden.
    2. Trias/Jura-Grenze: Bei der Profilaufnahme wurden keine Anzeichen einer lithostratigraphischen Unterbrechung zwischen Trias- und Juraschichten beobachtet Der Übergang ist kontinuierlich. Die Kössener Schichten im Lahnewiesgraben sind sehr tonhaltig und führen Ichnofossilien. Die Fazies ähnelt sehr der der Allgäuer Fleckenmergel Im Hangenden treten Jurakieselkalke auf Die Grenze zum Jura wurde mit den untersten Kieselknollen gezogen. Sie liegt ca. 5 m über den letzten planorboidesführenden Schichten.
    3. Die oberste triassische Zone ist die des Choristoceras marshi die unterste des Jura die des Psiloceras planorbis. Im Lahnewies- wie auch im Kendelbachgraben, in Nord-westdeutschland und England stehen Schichten an, deren Niveau über dem der Marshi und unter dem der Planorbis-Zone liegt. Im Lahnewiesgraben liegt das Hauptlager des Ammoniten E. planorboides über dem letztvorkommenden Choristoceras marshi Anhand der Coccolithen-Biostratigraphie von VAN HINTE (1976) für den Jura können diese Schichten noch zur Trias gerechnet werden.
    4. Es wird ein Verfahren vorgestellt, um die chemischen Eigenschaften der bei E. planorboides vermuteten Tinte zu ermitteln. Dazu wurden Methoden der Dünnschicht-Chromatographie, lnfrarot-Spektroskopie, Röntgenfluoreszenz-Analyse und Massenspektrometrie angewandt. Durch dieses Verfahren lassen sich auch Tintenproben untersuchen und identifizieren, bei denen das Ammonitengehäuse fehlt, wie z.B. dies bei Aptychen der Fall ist.
    5. Die in den Ammonitengehäusen gefundene Tinte wird nach allgemein üblichen Regeln als Eopsiloceras-Melanin bezeichnet.
    6. Die Analyse zeigt, dass die Tinte von E. planorboides einen ähnlichen Aufbau besitzt wie die rezente Sepiatinte. Doch zeigen sich auch deutliche Unterschiede:
    a. Unterschiede liegen im Bereich der mit der Tinte verbundenen Metall-Ionen.
    b. Aller Wahrscheinlichkeit nach treten in der chemischen Struktur des Polymers Phenole anstelle von Chinonen auf.
    c. Das Molekulargewicht des Oxydationsprodukts liegt entsprechend höher als das des Sepiamelanins.
    d. Unterschiede liegen auch im IR-Spektrum und in der chromatographischen Analyse.
    7. Die in der Tinte identifizierte Aminosäure Sarcosin wird als Teil des Stoffes gedeutet, der bei der Dispersion der Tinte im Wasser wirksam wird.
    8. Es konnten keine bei den heutigen Cephalopoden vorkommenden Giftstoffe festgestellt werden. Entweder produzierten die Ammoniten keine Giftstoffe, oder diese Adaption ist eine spätere Erwerbung in der Evolution der Ammoniten.
    9. Hier ergeben sich einige Rückschlüsse für die Bewertung des Eopsiloceras-Melanins in der Evolutionsgeschichte. Unter den Mollusken entwickelten nur Ammonoideen und Coleoideen Tintenbeutel mit Melanin als Schutzvorrichtung. Die Tinte, die einige Gastropoden erzeugen, ist chemisch anders aufgebaut und hat daher keine genetische Beziehung zu der der Cephalopoden. Der von EHRENBERG postulierte Tintenbeutel bei einem Michelinoceras wird hier abgelehnt.
    10. Melanine kommen bei einer Reihe von Pflanzen und Tieren vor. Nur Cephalopoden benutzen Melanine als aktive Schutzwaffe und entwickelten melaninhaltige Tintenbeutel. Die ältesten melaninhaltigen Coleoideen sind aus der Mitteltrias (Wengener Schichten) bekannt. Die tintenhaltigen Mesoammonoidea der Obertrias dagegen stammen aus dem Rhät. Die Melanine der Ammonoideen zeigen Unterschiede zu denen der Coleoideen. Alle diese Gründe sprechen dafür, dass die Ammoniten unabhängig von den Coleoideen melaninhaltige Tintenbeutel als Adaption entwickelten.
    11. Der Erwerb eines Tintenbeutels ermöglichte den Ammoniten einen besseren Schutz. Mit diesem "Adaptive Breakthrough" (Adaptiver Durchbruch) wird die Zäsur der Ammonoidea in der obersten Trias und ihre explosive Neu-Entfaltung schon im unteren Jura verständlicher. Der Jura-Ammonit Eleganticeras und der Kreide-Ammonit Bochianites beweisen, dass dieses Adaptionsmerkmal - der Tintenbeutel - weiter vererbt wurde. Ammoniten, die keine Tinte besaßen, starben in der oberen Trias aus, es sei denn, sie bewohnten andere ökologische Nischen. Der Ausgangspunkt der Jura-Ammonitina ist demzufolge in dem rhätischen Eopsiloceras planorboides zu sehen.
    12. Die Tinte gewährte dem Ammoniten Schutz bis ca. 350 m Tiefe. Diese Schutzfunktion ist nur bei nektonischer Lebensweise wirksam. Bei nektobenthonischer Lebensweise kann die Tintenwolke sogar gefährlich für das Tier werden. Die Gesteinsfazies spricht eher für seichteres Wasser als Lebensraum.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 103 (dn103-1996-1)

München 1996 (1. Auflage); ISBN 3-86544-103-3

Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Grau, R.: Versenkungsdiagenese pelagischer Sedimente unter erhöhtem Wärmefluß, DSDP Legs 68-70, Sites 501/504 und 505 (Panama-Becken, östl. Pazifik): 1-73, 68 Abb., 27 Tab., 2 Taf.
    Zusammenfassung
    Während der Deep Sea Drilling Project (DSDP) Bohrkampagnen Leg 68 bis 70 am Costa-Rica-Spreizungsrücken (Panama-Becken, E' äquatorialer Pazifik) wurden an der Bohrlokation 501/504 sehr junge Kreidegesteine (~ 2 Ma) und Kalksteine mit Hornsteinen (~ 5 Ma) in außergewöhnlich geringer Teufe (143 m bzw. 225 m) erbohrt. Aus Voruntersuchungen war bekannt, dass im Sediment hohe Wärmeflussraten (bis zu 240 mW/m²) herrschen. Temperaturmessungen ergaben für den Kontaktbereich Sediment/ozeanische Kruste in 274.50 m Teufe Werte von bis zu 60°C. Eine flache Basalttopographie und hohe Sedimentationsraten in diesem Gebiet führten zu einer frühzeitigen Abgrenzung der ozeanischen Kruste vom Meerwasser, so dass nur noch langsame, konduktive Abkühlung stattfinden konnte und sich hohe in situ Temperaturen und Wärmeflussraten entwickelten. Die Versenkungsdiagenese wurde durch die hohen Sedimenttemperaturen forciert. Im Kontrast dazu steht die Bohrlokation 505. Niedrige Temperaturen im Sediment (max. 9°C) und geringe Wärmeflussraten (<100 mW/m²) haben die Versenkungsdiagenese an dieser Bohrlokation nicht beeinflußt. In der vorliegenden Arbeit wurde der thermische Einfluß auf die Versenkungsdiagenese der pelagischen Sedimente der Bohrlokation 5011504 untersucht. Die Bohrlokation 505, die in nur 80 km Entfernung weiter nördlich abgeteuft wurde und keine thermischen Einflüsse aufweist, diente als Vergleichbohrung Die Sedimente der Bohrlokation 5011504 zeichnen sich petrographisch durch einen extrem frühen Wechsel von weichem Nannofossilschlamm zu festem Kreidegestein (143 m) und hartem Kalkstein in Wechsellagerung mit Hornsteinen (227 m) aus. Die ersten authigenen Karbonatphasen wurden bereits in 30 m Teufe in Form von Überwüchsen auf Coccolithen beobachtet. Mit zunehmender Teufe bilden sich sukzessive zunächst kleine, anhedrale später größere, euhedrale Zemente aus. Die größten isolierten Zemente von 8 bis 20 um Durchmesser erscheinen erst in Teufen > 220 m. Als Donatoren für gelöstes Karbonat treten kleine Coccolithen und Biogenbruchstücke (Foraminiferen und kalkige Nannofossilien) auf, während große, lösungsresistentere Coccolithen und vor allem Discoasteriden Akzeptoren für Überwüchse darstellen. Die im Sediment enthaltenen kieseligen biogenen Partikel (Opal-A) werden in 230 m Teufe vollständig zu Opal-CT (Lepisphären) und Quarz (Mikroquarz und Chalcedon) umgewandelt. Die hohen Sedimenttemperaturen haben dazu geführt, dass sich die Transformation von biogenem Opal zu authigenen Phasen in einem vergleichsweise sehr engen Horizont (~50 m) vollzieht (,,Telescoping-Effekt"). Aufgrund von Verdrängungsprozessen in Kalkschalen wird die Calcitneubildung verstärkt. Der petrographische Diagenesepfad der Sedimente läßt sich anhand der charakteristischen Verteilung der Partikel Nannofossilien-Micarbzement darstellen. Das Sediment entwickelt sich mit zunehmender Diagenese zunächst von einem durch Nannofossilien geprägten Schlamm zu einer Kreide, die an Micarb angereichert ist. Als Endprodukt der Versenkungsdiagenese liegt ein Kalkstein vor, der überwiegend aus Zementen besteht. Neben diesen diagenesebedingten petrographischen Veränderungen variieren auch die sediment-physikalischen Eigenschaften der Sedimente und Gesteine. Mit zunehmender Teufe (Diagenesegrad) sinken die Porositäten. Gegenüber Sedimenten aus normal temperierten Bohrlokationen sind die Sedimente der Bohrlokation 501/504, trotz gleicher Endprodukte der Diagenese, durch höhere Porositäten gekennzeichnet. Eine Folge der frühen Zementation. Die Erfassung der chemischen Variabilität des Gesamtsediments und der Karbonate in Kombination mit geochemischen Detailanalysen an biogenen Partikeln und Zementen ermöglichen Rückschlüsse auf Besonderheiten des geochemischen Diagenesepfades und der Versenkungsdiagenese der Sedimente: Als Konsequenz der Umkristallisation von Sr-reichen, primären biogenen Partikeln zu Sr-ärmeren, authigenen Calciten wird mit zunehmender Versenkung Sr im Porenwasser angereichert. Die Sr/Ca-Verhältnisse (auf molarer Basis) der Karbonate sind im Vergleich zu normal temperierten Bohrlokationen erhöht. Aus Einzelmessungen an biogenen Partikeln und Zementen zeigt sich, dass es im Verlauf der Diagenese zu einer starken Abreicherung an Sr und einer Anreicherung an Fe und Mn in den primären Karbonaten kommt. Die in Einheit III auftretenden Trendänderungen der Haupt- und Spurenelemente können als Indikatoren für die Umkristallisation der biogenen Partikel gewertet werden. Die Versenkungsdiagenese der Sedimente zeichnet sich ebenfalls in den d18O-Werten ab. In den völlig lithifizierten Abschnitten ist eine signifikante Trendänderung der d18O-Werte zu beobachten, die eine Diagenese unter erhöhten Temperaturen anzeigt. Die aus den Bildungstemperaturen der Zemente abgeleiteten geothermischen Gradienten (60 bzw. 100°C/km) fallen niedriger aus als der aus in situ Temperaturen bestimmte Gradient von ~220°C/km. Die Variation der 87Sr/86Sr-Verhältnisse in zementreichen Proben (0.70915 - 0.70895) liegt im Bereich von zeitgleichen Meerwasserdaten (0.70920 - 0.70890). Dadurch läßt sich eine stärkere Einflussnahme von Formationswässern basaltischen Ursprungs (~ 0.7078 - 0.7085) ausschließen. Mit Hilfe der 87Sr/86Sr-Verhältnisse lassen sich die Sedimente in zwei Abschnitte unterteilen. Im ersten Abschnitt bis 4 Ma entsprechen die 87Sr/86Sr-Werte der zeitgleichen Meerwasserkurve. Im Abschnitt zwischen 4 und 5.5 Ma liegen die 87Sr/86Sr-Verhältnisse über der zeitgleichen Meerwasserkurve und sind von der Diagenese beeinflußt. Abschließend kann festgestellt werden, dass die hohen Sedimenttemperaturen den Diagenesepfad stark verkürzen (,,Telescoping-Effekt'). Dies führt bereits in sehr jungen Sedimenten bzw. in geringer Teufe zu Calcitneubildungen und stabilen Kalksteinen mit Hornstein als Endprodukt der thermischen Versenkungsdiagenese. Die Endprodukte lassen erkennen, daß die Prozesse, die zu ihnen führen, sich im allgemeinen nicht von jenen normal temperierter Diagenese unterscheiden. Die wichtigsten Kriterien, die zu einem Wiedererkennen von thermischer Diagenese an anderer Stelle dienen, sind die erhöhten Sr- und Sr/Ca-Werte sowie die Erhaltung einer relativ hohen Porosität. Durch die gewonnen Ergebnisse können erste Modelle für die Diagenese von karbonatreichen Tief-seesedimenten unter erhöhten Temperaturen vorgestellt werden. Weiterhin wird das von SCHLANGER & DOUGLAS (1974) entwickelte Modell des diagenetischen Potentials eines pelagischen Sediments um die thermisch beeinflußte Versenkungsdiagenese erweitert.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 104-1 (dn104-1-1996-1)

München 1996 (1. Auflage); ISBN 3-86544-015-0
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Stroe, M. v.: The flora of the Miocene 7b1-Layer of Hambach, Germany: 1-18, 2 figs., 5 pls.
  • Butzmann, R.: Neue Pflanzenfossilien aus dem niederrheinischen Tertiär X. Ein Massenvorkommen von Equisetum limosellum HEER 1855 sensu novo im Tegelen (oberstes Pliozän) des Tagebaues Hambach bei Niederzier: 19-26, 2 Abb., 2 Taf.
  • Pingen, M.: Neue Pflanzenfossilien aus dem niederrheinischen Tertiär XI. Erstnachweis von Eurya boveyana CHANDLER, Itea europaea MAI und Phyllanthus securinegaeformis MAI aus den obermiozänen Inden-Schichten von Hambach: 27-32, 2 Taf.
  • Fischer, T. C.: Wachstumszonen an Athrotaxiszweigen aus den Inden-Schichten (Obermiozän) des Tagebaues Hambach bei Niederzier (Düren): 33-34, 2 Taf.
  • Mayr, Ch. & Fischer, T .C.: Eine Blattflora unter Flöz Frimmersdorf (Ville-Schichten 6B, Untermiozän) aus dem Tagebau Hambach bei Niederzier (Rheinbraun AG, Köln): 35-40, 1 Taf.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 104-2 (dn104-2-1996-1)

München 1996 (1. Auflage)
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

 


Zeitschrift Documenta naturae, Band 104-3 (dn104-3-1999-1)

München 1999 (1. Auflage)
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Gregor, H.-J., Pingen, M., Mayr, Ch. & Schmitt, H.: Die neogene Makrofloren-Abfolge im Tagebau Hambach der Rheinbraun AG Köln – erste Ergänzungen: 1-81, 111 Tab., 8 Taf.
    Zusammenfassung
    Als Ergänzung zu den bisher vorliegenden Daten zum Tagebau Hambach der Rheinbraun AG Köln werden neue Florenlisten diverser Bearbeiter vorgelegt, die mithelfen sollen, die neogene Gesamtabfolge in Hambach in ein neues Schema zu bringen. Die Unterteilungen in Flöze und Zwischenmittel wird weiter durchgehalten und ergänzt. Diese Daten werden mit älteren Abfolgemodellen, z.B. nach SCHNEIDER-THIELE usw. korreliert. Die Makrofloren-Abfolge soll helfen, die gesamte Abfolge des Profils palökologisch, paläoklimatologisch und phytostratigraphisch zu fassen.
  • Schmitt, H. & Kvacek, Z.: Nachweis von Acer aegopodifolium (Goepp.) Baik. ex Iljinskaja in den obermiozänen Indener Schichten des Tagebaues Hambach (Niederzier bei Köln): 83-91, 16 Abb., 1 Taf.
    Zusammenfassung
    Es wird der Erstnachweis von Acer aegopodifollum (GOEPP.) BAIK. ex ILJINSKAJA aus den obermiozänen niederrheinischen Deckschichten des Tagebaues Hambach, Niederzier bei Köln (BRD), vorgestellt. Die Art immigrierte im oberen Tertiär aus Asien ins östliche Europa. Im nordwestlichen Teil Europas ist sie ein seltenes Element.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 104-4 (dn104-4-1999-1)

München 1999 (1. Auflage)
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Gregor, H.-J., Mayr, CH., Pingen, M. & Schmitt, H.: Vorläufige paläontologische Ergebnisse und Befunde zur Plio-Pleistozän-Problematik im Tagebau Hambach (Köln, Rheinbraun AG): 1-33, 3 Abb., 5 Tab., 10 Taf.
    Zusammenfassung
    Es werden aus dem Grenzbereich Plio-Pleistozän des Tagebaues Hambach (Rheinbraun AG) neue Floren und Formen erwähnt, die eine Klärung der stratigraphischen Gegebenheiten erwarten lassen. Über dem Reuver mit exotischen Pflanzenelementen kommen weiterhin exotische Floren vor, z.B. mit einer Cyclocarya-Dominanz, die dann nach oben hin langsam ihre Exoten verlieren und als Oberst-Pliozän interpretiert werden. Die Basis der Hauptterrasse und ein Teil darüber werden als Tiglium, als Pliozän angesehen, was den bisherigen Auffassungen besonders der sedimentpetrographischen Untersucher widerspricht.
  • Buchbesprechungen von D.H. Storch: 35-54
  • Buchbesprechung von H.-J.Gregor: 54-55

Zeitschrift Documenta naturae, Band 104-5 (dn104-5-2000-1)

München 2000 (1. Auflage)
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Gregor, H.-J., Burgh, J.v.d., Peters, A. M. M. & Pingen, M.: Torreya schulzii nov. spec. – eine exotische Konifere aus dem NW-europäischen Pliozän (Hambach, Liessel): 1-25, 7 Abb., 2 Tab., 4 Taf.
    Zusammenfassung
    Es wird eine neue Art der Gattung Torreya ARNOTT (Taxaceae) aus dem Pliozän NW-Europas beschrieben. Die Funde von Torreya schulzii stammen vor allem aus dem Tagebau Hambach, Niederzier (Rheinbraun AG, Deutschland), aber auch von Liessel (Niederlande). Stratigraphisch sind alle Funde auf das Pliozän (Brunssumium, evtl. Reuverium) beschränkt. Ökologisch lassen sich die rezenten Vergleichsarten SE-Nordamerikas (T californica und T taxafolia) und SE-Asiens (T. grandis, T. jackii) sehr schön mit der fossilen Art vergleichen. Die heutigen Arten leben in den genannten Gebieten in den ,,Mixed mesophytic Forests” und ,,Deciduous broad-leaved Forests” ähnlich der europäischen Art in ähnlichen Waldtypen zur Zeit des Pliozäns. Das Paläoklima läßt sich durch die reiche Begleitflora eindeutig als Cfa sensu KOPPEN rekonstruieren.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 105-1 (dn105-1-1996-1)

München 1996 (1. Auflage)
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Antoniadis, P.A., Blickwede, H. & Lampropoulou, E.: Petrographic and depositional environments of the Lignite Deposit of "Apophysi" - AG Anargyri in NW-Greece: 1-22, 9 figs., 4 tabs.
    Summary
    In the present paper a short introduction on the geology of the wider region of Apofysi is given, followed by a detailed description of the lignite beds of a representative borehole. The samples studied were taken from the Be-240 borehole. The general picture of the lignite beds on the basis of maceral analysis denotes that this lignite basin did not have a constant geological history but subjected various elevations and subsidences having as a result the differentiation of the lignite beds. The apparent presence of liptinite denotes higher plants vegetation. The presence of fusinite and semifusinite denotes oxic conditions. The reflectance data measured on the maceral of Eu-ulminite are between 0.22-0.30 and correspond to a coalification stage between peat-lignite. The presence of clastic matter supports the aspect of a limnic-telmatic environment with continuous offer of clastic matter. Generally speaking the presence of huminite and liptinite in such high percentages suggest that the deposit is very suitable not only for energy production but also for other uses as for gasification.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 105-2 (dn105-2-1996-1)

München 1996 (1. Auflage)
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Antoniadis, P.A. & Gregor, H.-J.: Zum Fossilinhalt der Braunkohlen-Lagerstätte Amynteon bei Kozani in NW-Griechenland: 1-16, 2 figs., 3 tabs.
    Zusammenfassung
    Es werden erste lithologisch-sedimentologische und paläobotanische Untersuchungen aus dem Gebiet von Amynteon bei Kozani in NW-Griechenland (Makedonien) vorgestellt. Die Daten stammen von einer repräsentativen Bohrung aus der Hauptlagerstätte und umfasst mehr als 100 m. Die pflanzenführenden Schichten waren in diversen Horizonten der mineralreichen Braunkohlen und ihrer Begleitsedimente (Tone) zu finden. Die Frucht- und Samenflora gestattet mit ihrem Reichtum an Wasser-, Ried, Ufer- und Sumpfpflanzen eine Rekonstruktion der damaligen Bedingungen, wobei ausgedehnte Wasserflächen (Seen) mit sumpfigen Flächen (Röhricht, Moor) wechseln. Das Alter kann mit Oberes Neogen bzw. Pliozän bezeichnet werden. Das Klima war ein typische Cfa-Klima (sensu KOEPPEN), aber wohl schon im Übergang zu etwas gemäßigteren Bedingungen (Cth).

Zeitschrift Documenta naturae, Band 106-1 (dn106-1-1996-1)

München 1996 (1. Auflage)
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Rögl, F.: Foraminiferenfauna aus dem Pliozän von El-Alquian, Almeria, Süd-Spanien: 1-12, 2 Tab., 3 Taf.
    Zusammenfassung
    Die pliozäne Fundstelle El Alquián bei Almerla (E-Spanien) wird in ihrer Geologie, Fazies und Fossilabfolge im Profil vorgestellt. Die Gipsmergel lieferten Mollusken, Korallen und andere Invertebraten, Foraminiferen, Rostrumteile eines Schwertfisches und Walreste. Unterpleistozäne Konglomerate mit Bohrlöchern und einer Brandungshohlkehle überlagern das Profil.
  • Schultz, O.: Der Erstnachweis eines Schwertfischverwandten aus dem südostspanischen Pliozän: Makaira sp. (Istiophoridae, Xiphioidei, Osteichthyes): 12-23, 2 Abb., 1 Taf.
    Zusammenfassung
    Auf Grund von Dimension-vergleichen können zwei Rostrumfragmente aus dem Unterpliozän von El Alquian, bei Almeria, Andalusien, SW-Spanien, der Marlin-Gattung Makaira, Familie Istiophoridae, zugeordnet werden.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 106-2 (dn106-2-1996-1)

München 1996 (1. Auflage)
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Gregor, H.-J. & Richter, E. A.: Geologie, Fazies und Fossilinhalt der pliozänen Ablagerungen von El Alquian östlich Almeria (Andalusien, Spanien): 1-41, 7 Abb., 14 Taf.
    Zusammenfassung
    Aus der Fundstelle El-Alquian bei Almeria in Südspanien liegt eine reiche Foraminiferenfauna vor. Auffällig sind sehr große Exemplare von Lenticulina, Planularia cassis und Marginulina costata. Mit dem Auftreten von Vaginulina striatissima, Globigerinoides bulloideus und Globorotalia puncticulata ist eine Einstufung in das Unterpliozãn möglich. Das gleichzeitige Fehlen von Globorotalia margaritae ermöglicht eine genauere Zuordnung in die ober Globomtalia puncticulata-Globo rotalia margaritae-Zone (4,50-3,55 Mill. Jahre). Die benthonische Foraminiferenfauna entspricht weitgehend einer Uvigerina petegnna-Vergesellschaftung. lm Sediment grabende Formen dominieren, daneben sind auf dem Substrat lebende Gattungen nicht selten. Die Vergesellschaftung und das Benthos/Plankton Verhältnis sprechen für eine Ablagerung auf dem küstenfemeren Schelf unter vollmarinen, warmen Bedingungen.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 107 (dn107-1996-1)

München 1996 (1. Auflage)

Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Jansen, H,. & Gregor, H.-J.: Neufund eines jungtertiären Baumschwammes mit Begleitflora aus der Umgebung von Almelo (Niederlande): 1-12, 4 Abb., 2 Taf.
    Zusammenfassung
    Es wird der erste Fund eines Baumschwammes aus dem niederländischen Jungtertiär bei Almelo beschrieben, zusammen mit der Begleitflora und -fauna. Die Problematik des Alters der Funde, bedingt durch den Saugbaggerabbau wird diskutiert.
  • Gregor, H.-J. & Geissert, F.: Die pliozäne Frucht- und Samenflora von Wörth am Rhein: 13-37, 7 Abb., 4 Tab., 2 Taf.
  • Gregor, H.-J.: Erstnachweis eines miozänen Baumschwammes aus der Tongrube Ponholz/Oberpfalz: 38, 1 Taf. / Kurzmitteilung I
    Zusammenfassung
    Es wird eine Frucht- und Samenflora aus dem Rheingebiet bei Wörth am Rhein dargestellt (Greifbaggerabbau). Das Alter kann im Vergleich mit anderen Floren als "Unteres Pliozän" angegeben werden. Ökologisch passt die noch stark exotische Flora in die bekannte mesophytische Vegetation Mitteleuropas zu dieser Zeit mit einem typischen warmgemäßigten humiden Cfa-Klima.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 108 (dn108-1997-1)

München 1997 (1. Auflage)
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Waldmann, G.: Tephrobiologie vulkanogener Thanatozönosen des mittelrheinischen Spätglazials (Rheinland-Pfalz/Deutschland): 1-329, 172 Abb., 40 Tab., 45 Taf.
    Zusammenfassung
    Die Auswertung sowohl der Fossilien als auch der zufällig gesammelten rezenten Belege im Gelände nach den Zeigerwerten von ELLENBERG et al. (1992) ergibt für den Abschnitt des allerödzeitlichen Mittelrheins folgendes Bild: Der mittelrheinische Raum war in der Zeit vor der Pellenz-Eruption dicht bewaldet. Zwar zerstörte dieser Ausbruch die Vegetation, sie konnte sich jedoch in der Zeit des Breisig-Intervalls zumindest in Flussnähe des Rheins zu einem artenreichen, möglicherweise dichteren Auenwald regenerieren. Die relative Beleuchtungsstarke am Boden scheint zum Ende des Breisig-Intervalls im Vergleich zur Zeit vor der Pellenz-Eruption abgenommen zu haben, was auf eine dichtere Bewaldung hinweist. Die Flora der Pellenz-Tephra des Neuwieder Beckens weist einen Anteil von 60% an Mäßigwämiezeigern auf, während die Meile-Tephra einen Anteil von 80% Mäßigwarrnezeigern enthält. Damit scheint erwiesen, dass es am Mittelrhein während des Breisig-Intervalls zu einer fortschreitenden Erwärmung kam, die sich in der pflanzlichen Artenzusammensetzung ausdrückt. Kühlezeiger scheinen am Ende des Breisig-Intervalls schon nicht mehr aufzutreten. Die Vegetation zeigt zu diesem Zeitpunkt einen deutlich atlantischeren Charakter als zur Zeit der Pellenz-Eruption. Der Anteil der Feuchtezeiger ist zum Ende des Breisig-Intervalls erhöht, der Anteil der Kalkzeiger hat sich mehr als verdoppelt; ebenso läßt sich eine Steigerung des Stickstoffangebotes anhand der Zeigerwerte nachweisen.
    Vergleichbare Bedingungen, wie zur Allerödzeit am Mittelrhein, existieren rezent in Uppland/Mittelschweden, was sich dort in einer nahezu artenidentischen Rezentflora ausdrückt. Die durchschnittlichen Jahrestemperaturen liegen am Vergleichsstandort Ultuna bei Uppsala bei 5,5°C, während sie am Laacher See heute 8,2°C beträgt. So läßt sich ein Wärmegefälle von 2,70C vom spätglazialen Alleröd des Mittelrheins bis zur Gegenwart vermuten. Der rezente Vergleichsstandort Ultuna ist durch hemiboreale Mischwälder charakterisiert, er weist u. a. Acerplatanoides, Quercus robur, Rhamnus cathartica, Tllia cordata, Populus tremula, Betula spp., Salix spp., Ulmus glabra, Corylus avellana, Lonicera xyloteum und Pinus silvestris auf.
    Die Wiederbesiedlung im Neuwieder Becken und der Goldenen Meile mit Pflanzen in der Zeit des Breisig-Intervalls ist vermutlich vergleichbar mit den Sukzessionen, die nach Tephraereignissen in Nordjapan rezent beobachtet werden können, wie eigene Beobachtungen ergaben.
    Bisher fehlende kulturelle Zeugnisse für den Zeitraum des Breisig-Intervalls sprechen trotz der artenreichen Flora für einen Hiatus im Laacher See-Gebiet. Möglicherweise waren das Mittlere und Niedere Rheinland zumindest in Rheinnähe aufgrund der vermutlich jahrzehntelang anhaltenden posteruptiven Laharereignisse für die menschliche Besiedlung unattraktiv, so dass die überlebende Bevölkerung zum Abwandern gezwungen war. Ähnliche Vorgänge konnte ich in aktuellen Lahargebieten auf den Philippinen beobachten. Die häufig geäußerte Vermutung, dass der Vulkanismus der Osteifel mit der letzten Eruptionsphase des Laacher See-Vulkans seinen Höhepunkt und damit sein Ende gefimden habe, ist wissenschattlich unbegründet SCHMINCKE (1994:12).
    Die vorliegende Arbeit soll einen Beitrag zur paläoökologischen Rekonstruktion der Umwelt des mittekheinjschen Spätglazials liefern, indem geologische Ereignisse aufgehellt werden, deren Wiederholung im gleichen Gebiet nicht ausgeschlossen werden können.
    Die einzigartige Informationsquelle vulkanogener Thanatozönosen als Mittel zur Rekonstruktion der Paläoökologie einer Umwelt ist weltweit bisher nur spärlich genutzt worden.
    Der Fundort Sinzig wurde im April 1990 während einer Exkursion unter der Leitung von Prof Dr W. SCHIRMER entdeckt. Ersten Sondierungsgrabungen im Juni folgten Ausgrabungen seit September 1990. Bisher wurden 50 Quadratmeter bimsbedeckter Landschaft freigelegt und 6 t Tephra auf ihren Fossilgehalt analysiert. Dabei wuchs im Lauf der Auswertung des Fundmaterials und der Revision in Museen aufbewahrter botanischer und zoologischer Tephrofossilien die Erkenntnis, dass der Laacher See-Vulkan innerhalb des Allerödinterstadials nicht nur eine, sondern mindestens zwei Eruptionen durchlief, wie es von SCHIRMER postuliert wird. Diese zwei Ausbrüche, die Pellenz-Eruption und die Meile-Eruption, sind zeitlich durch das Breisig-Intervall, das mindestens mehrere Jahrzehnte andauerte, voneinander getrennt. Anhand der Tephrofossilien laßt sich die Pellenz-Eruption in die letzten Junitage bzw. auf Anfang Juli datieren; sie setzte vermutlich zwischen 06.00 Uhr morgens und 18.00 Uhr abends ein. Die Meile-Eruption läßt sich anhand der Fossilien auf den 20. Mai, plusminus sieben Tage, datieren. Ihr initialer Aschenfall begann vermutlich während der Nacht.
    Die Profile der Goldenen Meile enthalten die Reste zweier Laharereignisse, des Pellenz-Lahars und des Meile-Lahars, die die Eruptionen jeweils begleiteten. Bisher wird Laacher See-Tephra als singulärer, isochronostratigraphischer Leithorizont innerhalb zahlreicher spätglazialer Profile angesehen. Der in der vorliegenden Arbeit geführte Nachweis eines Polyeruptionismus aufgrund tephrobiologischer Analysen eröffnet für die Gliederung des Alleröds in Mitteleuropa neue Möglichkeiten.
    Unterschiedlich ausgeprägte Laacher See-Pyroklastika werden seit langem industriell genutzt. Ein Trassabbau läßt sich seit dem Neolithikum nachweisen, der ohne längere Unterbrechung bis in die Gegenwart andauert. Eine Bimsnutzung ist spätestens seit dem Mittelalter belegt. Beide Formen der Gewinnung von Laacher See-Tephra führte zu zahlreichen Aufschlüssen im Laacher See-Gebiet und ermöglichten die Entdeckung botanischer und zoologischer Fossilien sowie kultureller Hinterlassenschaften der allerödzeitlichen Menschen.
    Eine erste tephrobiologische Sammlung ist ab 1790 belegt. Botanische Makroreste ermöglichten ab 1863 eine erste Datierung der jüngsten Aktivitätsphase des Laacher See-Vulkans. Seit etwa einem Jahrhundert wird die in LST konservierte Flora immer wieder als spätglazial eingestuft. Eine systematische Suche und archäologische Dokumentation bzgl. Tephrofossilien stand bisher aus.
    Blattabdrücke von Laubgehölzen und krautigen Pflanzen aus Tephra sind außerhalb der Eifel kaum beschrieben und wurden auch in Deutschland nicht zu paläoökologischen Untersuchungen herangezogen.
    Ich ging bei der Identifizierung der Fossilien davon aus, dass es sich bei den Fossilien um Arten handelt, deren Vertreter rezent im nördlichen Europa anzutreffen sind. Die Bestimmung erfordert Vergleichsmaterial aus Herbarien und zoologischen Samrnlungen, die zu verschiedenen Jahreszeiten während zweier Forschungsaufenthalte in Schweden und Norwegen erstellt wurden.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 109 (dn109-1997-1)

München 1997 (1. Auflage)
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Gottwald, H.P.J.: Alttertiäre Kieselhölzer aus miozänen Schottern der ostbayerischen Molasse bei Ortenburg: 1-83, 24 Abb., 4 Tab., 11 Taf.
    Zusammenfassung
    In der bayerischen Ostmolasse werden oft Kieselhölzer gefunden, als besonders ergiebig erwiesen sich im südöstlichen Bayern die Sand- und Kiesgruben nahe Ortenburg bei Passau. Hier liegen die Hölzer im östlichen Teil der mächtigen fluviatilen Sedimente des Ortenburger Schotters; die Größe der regellos im Sediment vorkommenden Kieselhölzer reicht von Faustgröße bis zu längeren Stammteilen von maximal 0,5 m Durchmesser.
    Das Alter der allochthonen Fossilien wurde bisher, dem gesicherten Alter der Schüttung entsprechend, als Jungtertiär" bzw. "Untermiozän" angegeben; Hinweise zur Herkunft dieser Kieselhölzer gibt es nicht.
    Die mikroanatomischen Untersuchungen von 19 Hölzern durch A. SELMElER führte zu Hölzern der Gattungen Bombacoxylon (1 ), Carapoxylon (10) und Grewioxylon (8).
    In der vorliegenden Arbeit wurden 41 dicotyle Kieselhölzer bestimmt, wobei die bisher im Ortenburger Schotter gefundenen 3 Gattungen ebenfalls vorkamen; 2 Hölzer blieben wegen schlechter Erhaltung nur bis zur Unterklasse bestimmbar.

Zeitschrift Documenta naturae, Band 110 (dn110-1997-1)

München 1997 (1. Auflage)
Druckausgabe nicht lieferbar       PDF nicht verfügbar

  • Gregor, H.-J.: Laudatio - In honorem René Hantke, Prof. emeritus an der ETH Zürich: S. I-II
  • Gregor, H.-J.: Vorwort zu diesem Molasse-Band: S. III
  • Riederle, R. & Gregor, H.-J.: Die Tongrube Kirrberg bei Balzhausen - eine neue Fundstelle aus der Oberen Süßwassermolasse Bayerisch-Schwabens - Flora, Fauna, Stratigraphie: 1-53, 2 Abb., 7 Tab., 13 Taf.
    Zusammenfassung
    Die neue Molassefundstelle Kirrberg erbrachte eine reiche Blatt- und Fruchtflora, die hier, zusammen mit der Invertebraten- und Wirbeltierfauna dargestellt wird. Das Alter der Flora wird nach der Methode WEBENAU ermittelt.
  • Schmitt, H. & Butzmann, R.: Entrischenbrunn - Statistische Untersuchungen an einer neuen Florenfundstelle aus der Oberen Süßwassermolasse im Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm: 55-87, 2 Abb., 11 Tab., 4 Taf.
    Zusammenfassung
    Am Beispiel einer neuen Pflanzenfundstelle bei Entrischenbrunn (Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm) werden veschiedene Methoden zur stratigraphischen Einstufung von Paläofloren, wie sie von GREGOR, KNOBLOCH und v.WEBENAU vorgestellt wurden, überprüft. Übereinstimmend können die Blatt- und Karpofloren in das Ober-Badenium (KZK 3b1 1 b2, PZK 2, Älterer Florenkomplex, aehilmpr-Flora) gestellt werden.
  • Gregor, H.-J.: Bemerkungen zur fossilen "Eichenart" Quercus cruciata A.BRAUN und ihrer Problematik in Molasse-Ablagerungen Süddeutschlands: 89-101, 5 Abb., 1 Taf.
    Zusammenfassung
    Es werden Notizen zur oligo-miozänen Art Ouercus cruciata A.BR. sensu HANTKE 1965 gebracht und die Neukombination Pungiphyllum cruciatum FRANKENHAUSER & WILDE wird in Zweifel gezogen.
  • Riederle, R.: Die Sandgrube Ursberg bei Thannhausen - Stratigraphie einer neuen miozänen Fundstelle aus der Molasse Bayerisch-Schwabens: 103-118, 3 Abb., 6 Tab.
    Zusammenfassung
    Mit Blättern bedeckte Schichtflächen werden nur von Populus und Salix gebildet. Hingegen sind die Blätter von Daphnogene im Blätterton gleichmäßig verstreut. Die Pflanzenschichten mit zahlreichen Monocotyledonen und Kohleton-Lagen sprechen für eine relativ langsame Sedimentation über Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte hinweg. Die Blätterschicht in Profil C und die Salix-Schichtfläche in Profil B, die Blatt-Schichtfiächen und kaum Monocotyledonen enthalten, dürften hingegen innerhalb nur weniger Monate entstanden sein. In Profil B kommt Salix häufig vor, Populus hingegen fehlt. An dieser Stelle wurde Populus durch Salix ersetzt. In Profil B und C kommen massenhaft Monocotyledonen und mit Blättern bedeckte Schichtflächen vor. Die Pflanzenreste wurden also im Uferbereich eingebettet. Wassernüsse und Seerosengewächse weisen auf ein stehendes bzw. langsam fließendes Gewässer hin. Die Blattflora von Ursberg gehört stratigraphisch in PZK 2a (WEBENAU 1995) und KZK 3b1 (GREGOR 1982). Die Blattfloren Ursberg und Burtenbach sind stratigraphisch gleich alt. Sie sind sich in ihrer artlichen und pozentualen Zusammensetzung sehr ähnlich. Beiden Floren fehlen Alnus-Arten. Die Fundstellen Ursberg und Burtenbach liegen auch geographisch nahe beieinander.